Original paper

über die 57. Lieferung der geologischen Karte von Preussen und den Thüringischen Staaten

Zimmermann, Ernst

Kurzfassung

Die im Erscheinen begriffene 57. Lieferung der geologischen Karte von Preussen und den Thüringischen Staaten in 1 : 25 000, die ich gemeinsam mit Herrn Liebe-Gera aufgenommen habe, umfasst die vier Blätter Weida (NW), Waltersdorf (NO), Naitschau (SW) und Greiz (SO), welche geographisch zum Grenzgebiet zwischen Ost-Thüringen und dem Königreich Sachsen, geologisch zum grössten Theil dem thüringisch-vogtläudischen, altpaläozoischen Schiefergebirge (Cambrium bis Culm) gehören. Von NO her greift, namentlich auf Blatt Waltersdorf, das Rothliegende des sogen. Erzgebirgischen Beckens weit herein, im NW streicht der SO-Rand des Thüringischen Triasbeckens über einen Theil von Blatt Weida hinweg und sendet in das Blatt Waltersdorf eine Ausbuchtung südsüdostwärts hinein, zu der wahrscheinlich als ein gegenwärtig isolirtes Stück die kleine, aber sehr bemerkenswerthe Greizer Muschelkalkscholle gehört. Es finden sich ferner oligocäne Süsswasser-Ablagerungen in kleinen Schollen auf allen vier Blättern, nordisches Diluvium in spärlichen Resten auf Blatt Waltersdorf, vielfach kleine Reste diluvialer Flussablagerungen, diluviale Lehme und endlich Alluvialbildungen. An Eruptivgesteinen sind mannichfache Arten von Diabasen und deren Tuffen sehr verbreitet, Paläopikrit, Melaphyr und Lamprophyr dagegen von beschränktem Vorkommen. Auf Blatt Greiz und Waltersdorf kommen als nutzbare und zeitweilig auch gewonnene Erze, Antimon- und Bleierze in Gängen, Gold in Seifen, vor. Als neues Mineral wird der Pseudothuringit in den Erläuterungen zu Blatt Weida und Naitschau beschrieben. Ueber die petrographische Zusammensetzung, Versteinerungsführung, Lagerungsverhältnisse und Verbreitung der einzelnen Formationen, worüber Näheres aus den Erläuterungen zu ersehen ist, seien hier in Kürze nur einige Punkte hervorgehoben.