Original paper

über angebliche Steinkohlenfunde in der Eifel.

Hauchecorne

Kurzfassung

Die Zeitungen haben in letzter Zeit mehrfach über angebliche Funde anthracitischer Steinkohlen in der Eifel berichtet und dabei auf Urtheile Bezug genommen, welche Herr Landesgeologe Grebe in Trier über dieselben abgegeben haben soll. Herr Grebe ist demzufolge ersucht worden, sich über das fragliche Vorkommen zu äussern und von ihm selbst der Fundlagerstätte entnommene Proben zur Untersuchung einzusenden. Nach den hierauf von Herrn Grebe gemachten Mittheilungen handelt es sich um in der Coblenzer Grauwacke auftretende kohlige Schichten, wie sie in der Eifel schon öfter aufgefunden worden und Anlass zu vergeblichen Bergbauversuchen gewesen sind. Das jetzt gefundene Vorkommen zeichnet sich allerdings durch ungewöhnliche Mächtigkeit aus und scheint auch eine ziemliche Verbreitung zu besitzen, da es in streichender Richtung etwa 3/4 Meilen verfolgt ist. Der wichtigste Fundpunkt liegt bei Neunkirchen, 1/2 Meile westlich von Daun. Dort sind in einem Schachte zwei schwache, fast saiger stehende Streifen kohligen Materials aufgeschlossen worden, welche sich in der Tiefe von 9 m zu einer Schicht von 75 cm Mächtigkeit vereinigen, bei weiterem Abteufen bis 14 m Tiefe aber wieder in 2 Bänke von 30 und 50 cm Mächtigkeit, durch ein Schiefermittel von 20 cm Mächtigkeit getrennt, vorgefunden worden sind. Aus dieser Tiefe von 14 m sind von Herrn Grebe zwei Durchschnittsproben in der Schachtsohle entnommen worden. Die Proben zeigen ein kohleoschwarzes, feinschieferiges Material von sehr geringer Festigkeit, fast ganz zu feinem Gries zerfallen, welcher allerdings beim ersten Anblick leicht für Steinkohlengries gehalten wird. Bei näherer Betrachtung erkennt man jedoch schon mit blossem Auge, dass es ein sehr feinschuppiger, kohlenreicher Kohlenschiefer ist, in welchem die Kohle nicht etwa in feinen, mit Schieferthonlagen wechselnden Schichtenblättern, sondern in vollkommener Vertheilung auftritt.