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über ein Stammstück von Lepidophloios macrolepidotus Goldenberg (1862)

Potonié, Henry

Kurzfassung

Das zu besprechende zapfenähnliche Stück hat Herr E. Weiss schon einmal und zwar in der Sitzung vom 1. Juni 1881 der Deutschen geolog. Gesellschaft vorgelegt (vergl. diese Zeitschrift, 1881, XXXIII, p. 354-355). Er erklärte dasselbe für einen "Zapfen", und deutete kreisförmige bis elliptische "Körper" von etwa 2,5 mm Durchmesser, die nach dem Anschneiden des Stückes und Herstellung eines Schliffes im Innern des Zapfens in die Erscheinung getreten waren, für "Sporangien". Weiss hat denn auch in seinem Heftchen "Aus der Flora der Steinkohlenformation" (ebenfalls 1881), p. 7 die Bezeichnung für die genannte Art verändert und zwar in Lepidostrobus macrolepidotus (Gold.) W. Dass die vermeintlichen Sporangien nur Querschnitte von Stigmaria-Appendices sind, war nach eingehenderer mikroskopischer Betrachtung des vorhandenen Schliffes schnell zu eruiren, und auch Herrn Weiss habe ich noch davon überzeugen können. Herr A. C. Seward, der noch zu Lebzeiten von E. Weiss die Sammlung der königl. preuss. geologischen Landesanstalt besuchte, in deren Besitz sich das Exemplar befindet, hat einige schnell aufgenommene Skizzen des Stückes und des Schliffes veröffentlicht und dabei die erwähnte Weiss'sche Verwechselung öffentlich richtig gestellt. Er orientirt das Stück aber wie Weiss; indem er die Stelle der Polster (Blattfüsse), welche die Blattabbruchsstellen (Blattnarben) tragen, nach oben gewendet zeichnet, also der Ansicht ist dass die schuppenförmigen Polster im Leben nach aufwärts gerichtet waren, während - abgesehen von der Richtung der Polster, die freilich bei ungenügender Untersuchung die erwähnte Orientirung fast aufdrängt-alles andere dafür spricht, dass die Polster wie bei der Gattung Lepidophloios gerichtet waren, d. h. also, dass sie nach unten hin weisend anzunehmen sind, kurz dass also unser Exemplar zu Lepidophloios gehört. Mag auch diese Orientirung an unserem Stück bei äusserlicher Betrachtung desselben sehr befremden, da es zunächst schwer hält von einem Vergleich desselben z. B. mit Coniferen-Zapfen abzusehen, so werden doch die folgenden Gründe jeden Botaniker von der Richtigkeit meiner Orientirung des Stückes überzeugen.