Original paper

über Lytoceras Siemensi Denckm.

Denckmann, August

Kurzfassung

Bei der Beschreibung von Lytoceras Siemensi wurde eine eigenthümliche grobrippige Lytoceras-Form vom Vortragenden als jugendliche Varietät der genannten Art gedeutet. Ein viele Hunderte von Exemplaren zählendes Material von den Fundstätten im oberen Lias Nordwest-Deutschlands zeigt indess, dass durch die grobe Berippung der Schale weder ein Altersstadium, der Art, noch eine Varietät, sondern das Wohnkammerstadium des Individuums bezeichnet wird. Der Vortragende legte der Gesellschaft Material vor, durch welches obige Deutung bewiesen wird und deutete an, dass die Verfolgung dieser Beobachtung an geeignetem (in der Structur der Schale gut erhaltenem) Material eventuell zu wichtigen Schlüssen über die Bedeutung der Schale bei derartigen Ammoneen führen kann. Lytoceraa Siemensi kommt zusammen mit Harpoceras Schröderi Denckm. und H. Veltheimi Denckm., die der Gesellschaft gleichfalls vorgelegt wurden, in der tiefsten Geodenbank des nordwestdeutschen oberen Lias vor. Das dem Lytoceras Siemensi verwandte, aber durch niedrigere Windungen und schwächere Sculpturen leicht von ihm zu unterscheidende L. fimbriaioides Gemmellaro, welches namentlich in Franken bei Altdorf, Grossgescheidt etc. sehr häufig ist, hat ein etwas höheres Niveau, welches etwa dem des Harpoceras boreale Seeb, in Norddeutschland etspricht. In letzterem Niveau wurde es durch G. Müller am Friedhofe zu Achim unweit Börsum gefunden.