Original paper

Ueber Hippuriten von Nabresina.

Futterer, Carl

Kurzfassung

Zur Durchführung einer Gliederung und Parallelisirung der mächtigen, scheinbar ganz gleichartigen Kalke, von welchen in Istrien und Dalmatien die Kreide zusammengesetzt wird, ist vor Allem ein zonenweises Aufsammeln der Versteinerungen geboten, mit dem eine genaue Altersbestimmung Hand in Hand gehen muss. Stache verspricht sich auch von der "ebenso mühevollen als langwierigen Arbeit der Aufsammlung eines für die Specialgliederung ausreichenden paläontologischen Materiales" wenig Erfolg indessen scheint diese Aufgabe nicht mehr so aussichtslos, nachdem man durch die kritischen Arbeiten von Toucas und Douville besser als bisher in der Lage ist, selbst auf das Vorkommen nur weniger Rudisten-Arten hin eine Altersangabe zu machen. Es hat sich in dem anschliessenden Kreidegebiete von Friaul und Venetien gezeigt, dass typische und charakteristische Arten der südfranzösischen Kreide vertreten sind, wenn auch in manchen Formen diese Fauna ihr eigenes Gepräge besitzt; und ähnliche Verhältnisse darf man wohl auch für die österreichisch-ungarischen Küstenländer erwarten. Nachdem durch Stache's verdienstvolle Arbeiten die grossen Züge bekannt geworden sind, handelt es sich um die Ergänzung der Details, und in den nachfolgenden Zeilen soll das mitgetheilt werden, was mir von Hippuriten-Resten aus den Cave Romane bei Nabresina bekannt geworden ist, und welche Schlüsse hinsichtlich des Alters sich daran knüpfen. Die Kalke von Nabresina und Santa Croce sind durch ihre grossen Hippuriten-Arten ausgezeichnet, welche in einem durch Kalk cämentirten Trümmer- und Detritusmateriale, einer von Stache "Strandgrus" genannten Bildung liegen. Der Standort dieser grossen Muscheln dürfte jedenfalls nicht weit entfernt ge- wesen sein, und auch ihr Erhaltungszustand widerspricht der Annahme eines weiteren Transportes im Strandgerölle.