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Ueber den angeblichen Gault bei Lüneburg.

Von Strombeck, A.

Kurzfassung

Nachdem die Cementfabrik bei Lüneburg, westlich vom Salinenbruch am Zeltberge einen Thon ermittelt hatte, der sich als ein besonders guter Zusatz bei der Cementbereitung eignete, entstand daselbst eine Thongrube, die sich rasch vergrösserte. So hatte diese nach einem Betrieb von etwa 1 1/2 Jahr, Herbst 1893 bei 4 bis 8 m Tiefe, 55 m Länge und 45 m Breite und bildet sie einen schönen Aufschluss. Der dortige Thon der plastisch, sehr fein anzufühlen, trocken von gelblicher Farbe ist und mit Säure stark braust, ist als Gault angesprochen. Um die Abfuhr des Thons nach der Cementfabrik zu erleichtern, liess dieselbe einen Einschnitt für eine doppelspurige Pferde- Eisenbahn von der Grube bis in den Salinenbruch 43 m lang in der Mitte 12 und an den beiden Enden etwa 8 m tief herstellen, der gleichfalls einen guten Aufschluss giebt. Der Einschnitt steht ganz in mildem Kalkstein, der zerklüftete, dünne Bänke bildet. Seine Farbe ist zunächst bei dem Salinenbruch fast schneeweiss, wird aber nach der Thongrube zu allmählich grau. Der Thongehalt steigt mit der Aenderung der Farbe nach den Analysen des Herrn Stümcke, Chemiker bei der Cementfabrik, von 22 bis 53 pCt. Der Kalk liegt mit 40-45° unmittelbar und concordant über dem Thone und ohne petrographische Grenze unter Rotomagensis-Pläner. Die neuen Aufschlüsse hat Herr Gottsche in Hamburg in geognostischer Beziehung erörtert, und gelangt derselbe nach den Versteinerungen zu dem Ergebniss, dass der Kalk des Einschnitts zum Cenoman gehöre, und dass der unterliegende Thon Minimus- Thon des oberen Gault sei. Die Versteinerungen, welche Herrn Gottsche leiteten und sich 1. c. angeführt finden, sind ohne die Foraminiferen: [...]