Original paper

über die chemischen Verhältnisse der sogen. "krystallinischen Schiefer".

Lang, O.

Kurzfassung

Die Frage nach der Natur und Genesis derselben ist neuerdings von Rosenbusch wieder in Fluss gebracht worden. Bekanntlich gehen auch zur Zeit noch die Ansichten darüber weit auseinander. Während einzelne Geologen diese Gesteinsmassen für ganz oder grösstentheils protogen und zwar aus Schmelzfluss erstarrt erklären, geben sie andere zwar auch für protogen, aber für chemische Niederschläge wässeriger Minerallösungen aus; von beiden Seiten jedoch wird der Metamorphismus bekämpft, den gerade, wenn auch in etwas veränderter Form. Rosenbusch jetzt auf den Schild zu heben versucht. Da Rosenbusch zu diesem Zwecke auch die chemischen Verhältnisse der Urgebirgsmassen in Betracht gezogen hat, erschien es mir eine Pflicht der Huldigung vor seiner wissenschaftlichen Bedeutung, bei meiner Bearbeitung desselben Feldes zunächst mich von seinen Erörterungen leiten zu lassen und seine Behauptungen und Beweisführungen zu prüfen. Diese Kritik, die ergab, dass ich seinen Behauptungen zuzustimmen und die versuchten Beweise für erbracht anzuerkennen nicht vermag, hier, wenn auch nur skizzenbaft zu reproduciren, halte ich nicht für den Zwecken der Versammlung entsprechend, einmal deshalb, weil sie die Vorführung eines schwerfälligen Zahlenmaterials erfordert, dann aber und insbesondere weil die zu ihrer Verfolgung nöthige Ruhe und Nüchternheit des Urtheils mit grösserer Sicherheit beim Studium ihrer gedruckten Darlegung als wie beim mündlichen Verhandlungsverfahren zu erwarten sein wird. Jeden, der sich dafür interessirt, kann ich deshalb nur einladen, sie in meiner hoffentlich bald im Druck erscheinenden Abhandlung über den Gegenstand meines heutigen Vertrages zu prüfen.