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über den Ausbruch des Gunung Awu am 7. Juni 1892.

Wichmann, Artur

Kurzfassung

Auf der meridionalen Spalte, welche die Südspitze von Mindanao mit dem nordöstlichen Ausläufer von Celebes verbindet, erheben sich in grösserer Anzahl eine Reihe von Inseln, die zumeist vulkanischen Ursprungs sind. Die grösste unter ihnen, die Insel Sangi, trägt in ihrem nordwestlichen Theile den etwa 1500 m hohen G. Awu, dessen Gipfel unter 3° 39' nördl. Br. und 125° 24 1/2' östl. L. v. Greenw. liegt. Beglaubigte Nachrichten liegen über die folgenden Ausbrüche desselben vor: 3-4. Januar 1641, 10-16. December 1711, 6-8. August 1812, 2. März 1856, 7. Juni 1892, doch ist die Zahl selbst der in historischer Zeit stattgehabten Eruptionen nachweisbar eine grössere. Die vorjährige kennzeichnet sich nun als ein heftiger Aschen- und Bimssteinausbruch, der ausgedehnte Schlammströme in seinem Gefolge hatte. Ohne jegliche Vorboten trat derselbe am Nachmittage des 7. Juni um 6 Uhr 10 Min. ein und äusserte sich zunächst in dem Aufsteigen einer gewaltigen, von Gewittererscheinungen begleiteten Rauchsäule, ohne jedoch auf der Insel selbst bemerkbare Erderschütterungen hervorzurufen. Der anfängliche, durch Aschenbeimengungen schlammige Gewitterregen ging alsbald in einen Aschen- und Bimssteinregen über. Des Abends gegen 9 Uhr hatte die Eruption den Höhepunkt ihrer Gewalt erreicht. Von da ab begann das Fallen von Bimssteinbrocken nachzulassen, und nach Mitternacht verminderte sich auch der Aschenfall. Eine grosse Anzahl von Hütten brach unter der Last der Auswurfsmassen zusammen.