Original paper

über die Kalksteinbänke von geknicktblätferigem Gefüge

Von Koenen, Adolf

Kurzfassung

legte einige Stücke Wellenkalk vor, welche er kürzlich im Hedemündener Walde gesammelt hatte. Es liegt dort über einer ungestörten, ganz flach einfallenden Schaumkalk-Bank und unter ebenfalls ungestörten, dünnplattigen Kalken, wie sie im Schaumkalk-Horizont so häufig auftreten, bis zu 15 ein mächtig eine Wellenkalk-Schicht, deren untere Lagen horizontal sind, dann aber sich mehr oder minder stark aufbiegen und zum Theil wiederholt in der Richtung von oben nach unten gefaltet sind. Durch Druck oder Zerklüftung lässt sich dieses recht auffällige Vorkommen nicht wohl erklären, vielmehr macht es den Eindruck, als sei die oberste Lage des Wellenkalkes gegen die unterste, und wohl auch der hangende, dünnplattige Kalk gegen die Schaumkalkbank seitlich verschoben. Eine bestimmte Ansicht wagt der Vortragende freilich nicht auszusprechen. Herr Van Werveke (Strassburg i. E.) bemerkte, dass ihm die gleiche Erscheinung aus den dichten Dolomiten mit Myophoria orbicularis bei Niederbronn im Unter-Elsass bekannt sei, dass er aber ebenso wenig wie der Vorredner sich die Erscheinung zu erklären wisse. Herr Kosmann (Berlin) sprach darüber Folgendes: Für die Entstehung solcher Kalksteinbänke von geknicktblätterigem Gefüge können wir eine Erklärung finden, wenn wir darauf zurückgehen, dass diese Massen von Calciumcarbonat ursprünglich ein Niederschlag von weicher, schlammartiger Beschaffenheit gewesen sind.