Original paper

Ueber eine neue Lepidosteiden-Gattung aus dem oberen Keuper Oberschlesiens.

Michael, Richard

Kurzfassung

Der oberschlesische Keuper ist trotz seiner beträchtlichen horizontalen Verbreitung sehr arm an Versteinerungen; man kennt aus der Lettenkohlengruppe und der mittleren Stufe desselben ausser wenigen Paludinen und Unionen nur einige Fischschuppen und Saurier-Reste. Im eigentlichen Keuper trifft man dieselben überdies nur in den untergeordneten Einlagerungen der mächtigen Thone, in der Lissauer Breccie und dem Woischniker Kalk. Die Glieder des Rhät sind der unmittelbaren Beobachtung einer starken Diluvialbedeckung wegen wenig zugänglich, doch sind sie durch den Eisenerzbergbau, der die zahlreichen Sphaerosiderite beider Horizonte gewinnt, stellenweise aufgeschlossen; ihre Verbreitung ist auf die beiden nördlichsten Kreise Oberschlesiens, die Kreise Kreuzburg und Rosenberg, beschränkt. Aus den Hellewalder Estherien-Schichten ist bislang mit Sicherheit nur Estheria minuta Alb. sp. bekannt, deren kleine zusammengedrückte Schalen die Schichtflächen der weissen, glimmerreichen, thonigen Sandsteine und thonigen Sphaerosiderite stellenweise dichtgedrängt bedecken. In den Thoneisensteinen der die Hellewalder Schichten unterlagernden Wilmsdorfer Schichten ist dagegen auch eine wenig artenreiche, dafür um so charakteristischere Flora nachgewiesen, durch die bei der völlig abweichenden petrographischen Entwicklung von dem typischen Rhät des mittleren Deutschlands der Beweis für das rhätische Alter dieser Horizonte seiner Zeit erbracht wurde. Als einzigen thierischen Rest aus den Wilmsdorfer Schichten führt Roemer (l. c., p, 186) anhangsweise "einen grossen Fisch aus der Abtheilung der Ganoiden" an, der lediglich "als Abdruck des aus grossen rhombischen Schuppen bestehenden Schuppenpanzers erhalten sei".