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Beiträge zur Kenntniss des Jura in Ost-Afrika.

Futterer, K.

Kurzfassung

Einleitung. Das vergangene Jahrzehnt der Besitzergreifung und Colonisirung von Ost-Afrika hat auf den verschiedensten Gebieten der Wissenschaft befruchtend gewirkt und zum Theil schon reiche Resultate zur Folge gehabt. Für die geologische Kenntniss des Landes gilt dies leider in nur beschränktem Maasse, und wenn auch Italiener, Engländer, Deutsche und Portugiesen der Reihe nach grosse Anstrengungen in colonialer Beziehung gemacht haben, so ist doch im Verhältniss zu der grossen Anzahl der gebildeten Europäer, die sich länger oder kürzer dort aufgehalten haben, die wissenschaftliche Ausbeute in geologischer Beziehung gering. Auf allen anderen naturwissenschaftlichen Forschungsgebieten kann auch der Laie ein Material sammeln, das, nach Europa gebracht, wissenschaftlich von hoher Bedeutung wird. In den geologischen Disciplinen müssen aber die Beobachtungen an Ort und Stelle das Studium der Sammlungen ergänzen, und zwar bis zu solchem Grade, dass häufig diese letzteren fast werthlos werden, weil es an ersteren fehlt. Es darf nicht übersehen werden, das es für die richtige Beurtheilung der natürlichen Hülfsmittel eines Gebietes wie z.B. unserer deutschen Colonien von grösster Bedeutung wäre, selbst den raschen und flüchtigen militärischen Expeditionen einen Geologen beizugeben, der im Stande ist, die allgemeinen Züge des geologischen Aufbaues zu erfassen und danach die Möglichkeiten einer praktischen Verwendung zu beurtheilen. Eine genauere Specialuntersuchung kommt demgegenüber erst in zweiter Linie. Wie spärlich im Allgemeinen das wissenschaftliche Material trotz der grossen Anzahl und der bedeutenden Ausdehnung der unternommenen Reisen und Expeditionen fliesst, zeigen die neueren Arbeiten über einzelne Gebiete Ost-Afrikas von Neumayr und Holub, Aubry und Douville, Taramelli u.a. zur Genüge und nur Suess war Dank der Aufnahmen des Lieutenant Von Höhnel auf der Expedition des Grafen Teleki in günstigerer Lage.