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Beiträge zur Mineralogie Schlesiens.

Traube, Hermann

Kurzfassung

I. Gesteine und Minerale von der Chromitlagerstätte Tampadel im Zobtengebirge, Niederschlesien. Im Serpentin des Zobtengebirges ist Chromit (Chromspinell) ein nie fehlender Gemengtheil; der Gehalt an Chromit beträgt, wie frühere Untersuchungen gezeigt haben, durchschnittlich ca. 0,6 pCt. In neuerer Zeit ist durch Herrn A. Reitsch in Breslau ein reicheres, abbauwürdiges Vorkommen von Chromit im Serpentin des Schwarzenberges bei Tampadel auf Langseifersdorfer Gebiet aufgefunden worden, über welches bereits B. Kosmann insbesondere auch über den daselbst auftretenden Kämmererit kurz berichtet hat. Ich verdanke der Freundlichkeit des Herrn A. Reitsch sowohl eine schöne Suite der zusammen mit Chromit vorkommenden Minerale, als auch nähere Angaben über die Lagerstätte des Erzes. Von besonderem Interesse ist, wie hier gleich vorausgeschickt werden mag, dass die Vergesellschaftung der bei Tampadel auftretenden Minerale auffallende Uebereinstimmung mit der früher von A. Arzruni beschriebenen von der uralischen Chromitlagerstätte von Tjoplyie Kljuci bei Kasslinskij Sawód zeigt. Beide Vorkommnisse sind durch das Auftreten von Chromit, Kämmererit, Rutil ausgezeichnet. Der Schwarzenberg bei Tampadel bildet den westlichsten Ausläufer der südlich des Zobtens auftretenden Bergkette. Der Chromit trat in dem diesen Berg aufbauenden Serpertin in einem mehrere Kubikmeter grossen Felsblock direct zu Tage; die Mächtigkeit des Lagers betrug 6 m, bei 6 m Teufe stiess man auf eine Verwerfung. Das Erz wurde zwar später durch einen weiter südlich angelegten Schacht wieder erreicht, aber der ungünstigen Wasserverhältnisse wegen steht der Betrieb gegenwärtig aus. Das Erz wurde übrigens wegen seines verhältnissmässig geringen . Chrom-Gehaltes nicht auf Chrom ausgebeutet, sondern zur Darstellung feuerfester Ziegel benutzt.