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Monographie der Ostrakoden des nordwestdeutschen Tertiärs.

Lienenklaus, E.

Kurzfassung

In meiner Arbeit über das Ober-Oligocän des Doberges bei Bünde hatte ich die mikroskopische Fauna nur soweit berücksichtigen können, als sie durch Roemer, Rbuss u. A. bereits erforscht war; daher glaubte ich, derselben meine Aufmerksamkeit weiterhin zuwenden zu müssen, um die Lücke möglichst bald auszufüllen. Herr Geheimrath Hosius, der unterdessen die Foraminiferen-Fauna des Miocäns von Dingden veröffentlicht hat, ist gegenwärtig mit der Bearbeitung der Foraminiferen von Bünde beschäftigt; ich nahm daher zunächst die Ostrakoden in Angriff. Anfangs dachte ich, das Nöthige hierüber in einem kleinen Nachtrage zu meiner oben erwähnten Arbeit liefern zu können; das Material häufte sich jedoch derart und zeigte so viel Neues, dass ich es für dringend wünschenswerth hielt, dasselbe mit den Vorkommnissen anderer Fundorte unseres norddeutschen Tertiärs zu vergleichen. Da aber seit 1863, wo Speyer seine Arbeit über die Kasseler Tertiär-Ostrakoden veröffentlichte, nichts Wesentliches mehr über diesen Gegenstand erschienen und von anderen als den Kasseler Fundorten überhaupt nur Ungenügendes veröffentlicht war, so entschloss ich mich, meine Untersuchungen auf das ganze nordwestdeutsche Tertiär auszudehnen, und so entstand die hier vorliegende Arbeit. Die ersten Nachrichten über nordwestdeutsche Tertiär-Ostrakoden datiren aus dem Jahre 1830, wo Graf Münster folgende zwölf Arten von Osnabrück und Kassel kurz beschreibt.