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Studien über fossile Pilze.

Johannes, Felix

Kurzfassung

Nicht allzu selten findet man beim Durchmustern mikroskopischer Präparate fossiler Hölzer, mögen dieselben nun in Dünnschliffen von verkieseltem Material bestehen oder in Dünnschnitten von solchen, welche man in Bezug auf den Erhaltungszustand als "bituminöses Holz" bezeichnet, wohlerhaltene Mycelien bezw. Hyphen von Pilzen. Diese Pilze können nun entweder eine parasitische oder eine saprophytische Lebensweise geführt haben, d.h. sie können das Holz befallen haben, als der betreffende Baum noch wuchs, oder als er bereits abgestorben war und vielleicht modernd am feuchten Boden lag. Wenngleich sich im grossen Ganzen diese beiden Abtheilungen auseinander halten lassen, so kann man doch nicht überall diese Grenze scharf ziehen, und es kommt vor, dass dieselbe Pilzspecies bald, parasitisch und bald saprophytisch lebt. In fossilem Zustand sind dergleichen Mycelien wohl zuerst von Unger beschrieben und abgebildet worden. Er vereinigt sie in die Gattung Nyctomyces Hartwig. Später wurden sie auch von Conwentz, Schenk, Hoffmann und mir selbst beobachtet. Viel seltener finden sich dagegen in den oben erwähnten Materialien auch die Fortpflanzungsorgane (Sporidien, Conidien etc.) dieser Pilze erhalten, bezw. die jene umschliessenden Hüllen (Asci, Perithecien etc.). Im Jahr 1883 fand H. Hoffmann in einem verkieselten Wurzelholz von Cupressoxylon protolarix Göpp. sp. kleine dunkelbraune bis schwarze Körperchen, welche "am ehesten als die Dauersporen eines Pilzes zu erklären sein dürften". In jüngster Zeit konnte Conwentz mehrere solcher Funde machen; einestheils nämlich an verschiedenen in Bernstein eingeschlossenen Hölzern, dann aber auch in einem verkieselten Holz aus Schweden. In den Schliffen eines als Cedroxylon ryedalense Conw. nov. sp. bezeichneten Nadelholzes fand nämlich der genannte Forscher ausser zahlreichen dickwandigen, septirten und vielfach verzweigten Hyphen an einigen Stellen auch rundliche oder langgezogene, ungeteilte, braune Sporen, welche an diejenigen mancher Trichosporium-Arten erinnerten.