Original paper

über Paludina diluviana von Herzberge

Fiebelkorn

Kurzfassung

Vor ca. 1 1/2 Jahren erhielt ich von einem Arbeiter ein Exemplar der Paludina diluviana Kunth, welches beim Erbohren eines Brunnens in der gerade im Bau begriffenen Irren-Anstalt "Herzberge", nordwestlich von Friedrichsfelde, an der Chaussee Berlin-Alt-Landsberg gefunden worden war. Das Bohrloch war in circa 53,98 m über dem Meeresspiegel angesetzt. Die Tiefe, aus welcher das Exemplar an die Oberfläche gebracht wurde, beträgt 53,67 m und liegt mithin 29,63 m unter dem Nullpunkte des Berliner Dammmühlenpegels. Das Exemplar ist tadellos erhalten und besitzt seine Epidermis noch vollständig, so dass man aus diesem Umstände wohl schliessen darf, dass dasselbe von primärer Lagerstätte stammt. Ich glaube daher aus dem Erhaltungszustande des Exemplares mit Recht auf das Vorhandensein der Paludinen-Bank im Nordwesten von Friedrichsfelde schliessen zu dürfen, besonders da die Tiefe, der das Exemplar entstammt, nicht wesentlich von derjenigen abweicht, welche sich an anderen Orten beim Erbohren der Paludinen-Bank ergeben hat. Das Auffinden dieser Bank an genannter Stelle gewinnt dadurch noch grösseres Interesse, dass dieselbe bisher nur an einem Punkte nördlich der Spree beobachtet wurde, während alle übrigen Bohrlöcher im Süden des Flusses angesetzt worden sind.