Original paper

über alpine und ausseralpine Trias.

Von Wöhrmann, Sydney

Kurzfassung

Die Aufeinanderfolge der Schichten innerhalb der alpinen Trias ist jetzt sowohl im Norden wie im Süden der Alpen im Allgemeinen ziemlich genau festgestellt. Der Vergleich mit der ausseralpinen stiess bisher auf grosse Schwierigkeiten, da mit der Facies auch die Faunen im alpinen Gebiet einen anderen Charakter aufweisen. Gümbel lehnte sich in seiner Gliederung an das klassische Schema an, doch litt dieselbe an dem Fehler, dass die Lettenkohlenpflanzen führenden Sandsteine den Partnachschichten zugesprochen wurden. V. Hochstetter stellte eine durchaus richtige Parallele auf, ohne jedoch den Beweis für die Richtigkeit seiner Behauptung anzutreten. - Man gewöhnte sich allmählich daran, die alpine Trias als ganz eigenartige Bildung anzusehen, und gliederte sie von dem alpinen Muschelkalk an (diesen ausgenommen) in drei Stufen: norisch, karnisch und jurassisch. Wie theoretisch diese Eintheilung war, geht daraus hervor, dass neuerdings ihr Schöpfer v. Mojsisovics z.B. die Grenze zwischen der norischen und karnischen Stufe durch den einheitlichen Complex der Cassianer-Wengener Schichten zieht, während Rothpletz eine ältere Auffassung desselben Autors vertritt und demgemäss die ebenso einheitliche Schichtengruppe der Raibler Schichten durch obige Grenze theilt. Die Differenz zwischen beiden Auffassungen ist, wie sich ein Jeder überzeugen kann, eine ganz bedeutende. Darüber ist jedenfalls kein Zweifel vorhanden, dass der bisherige alpine Muschelkalk dem ausseralpinen Wellenkalk entspricht. Ferner gelang es mir nachzuweisen, dass in den Raibler Schichten sowohl die Lettenkohlengruppe als auch der Gypskeuper enthalten sei. Nun handelt es sich darum, ob sich nicht Beziehungen zwischen den Cassianer-Wengener Schichten etc. und dem Wettersteinkalk, Schlerndolomit etc. einerseits und dem mittleren und oberen Muschelkalk andererseits auffinden liessen.