Original paper

über Glimmergneiss aus dem Innersten des Gotthardtunnels

Stapff, F. M.

Kurzfassung

vor (No. 130, Nordseite der Tunnelgesteinssammlungen), sowie An- und Dünnschliffe desselben, sammt Mikrophotogravüren der letzteren, welche einzelne der in diesem Gneiss eingeschlossenen Quarz- und Feldspathkörner 16 bis 17 mal vergrössert darstellen. Die Quarzkörner wurden in den "Geologischen Durchschnitten und Tabellen über den grossen Gotthardtunnel", p. 178-179 und Tab. XXX Nordseite, später auch in "Geological Magazine", 1892, p. 6-211 als Sand-ähnliche Einschlüsse beschrieben, welche auf sedimentären Ursprung dieses Gneissgesteines hinweisen. Prof. Bonney's Zweifel, in Geol. Mag., 1892, p. 90, an der Sandnatur dieser Körner veranlassten mich, das Gestein abermals zu untersuchen und die vorgelegten Präparate herzustellen, welche in Geol. Mag., 1894, Dec., IV, Vol. I, No. 358 abgebildet und ausführlich beschrieben sind. Danach sind die Quarzkörner fremde Körper, deren Material mit jenem des constituirenden Quarzes des Glimmergneisses nicht identisch, auch nicht durch Uebergänge verknüpft ist; jedes Quarzkorn bildet ein in der Grundmasse lose eingekittetes Individuum. Einige der scheinbaren Einschlüsse in den Quarzkörnern sind spätere Ablagerungen auf Rissen, andere sind von aussen eingequetscht, noch andere zweifelhafter Natur. Entweder hat man es mit Sandkörnern in einem (ursprünglich psammitischen Gestein) zu thun, oder mit einer Art Quarzporphyr, dessen Grundmasse in Glimmergneiss verwandelt ist. Für letztere Auffassung spricht die Natur der Quarzkörner und ihre Association mit porphyrischen Feldspathkörnern, während derselben die jetzige Beschaffenheit der Grundmasse und der Mangel jeder Fluidalstructur widerspricht, besonders aber die lineare Anordnung der Körner nach der Schichtung (?) des Gesteines.