Original paper

Ergebnisse eines Ausflugs in den Oberharz zu Pfingsten 1894.

Denckmann, August

Kurzfassung

Die zweitägigen Begehungen im Harze beschränkten sich auf die bisher als unteres Oberdevon aufgefassten Schichten und haben ein ganz unerwartet günstiges Ergebniss geliefert. Es gelang uns nachzuweisen: 1) Unteres Oberdevon mit Goniatites intumescens und Stringocephalen-Kalk mit Goniatites lateseptatus am Schadleben im Ockerthale. 2) Kalke des Oberdevon und oberen Mitteldevon am Wege von Ober-Schulenberg nach dem Riesenbachthale mit vielen Versteinerungen, 3) Clymenien-Kalke des oberen Oberdevon (mit Clymenien), Intumescens-Kalke des unteren Oberdevon (mit Goniatites intumescens), Kalke des oberen Mitteldevon (mit zahlreichen Versteinerungen), im Riesenbachthale. 4) Clymenien-Kalke mit gut erhaltenen Clymenien und anderen Versteinerungen an zwei Stellen im Aeckethale. 5) Kalke des oberen Mitteldevon mit Versteinerungen am Mittleren Grumbacher Teiche, O. Bockswiese. Die obigen Resultate lassen darauf schliessen, dass eine intensive Untersuchung der devonischen Kalke des Oberharzes nicht nur für die Stratigraphie dieses Gebirges von grosser Wichtigkeit sein; sondern auch einen genaueren Vergleich mit den devonischen Kalken anderer Gebiete ermöglichen wird. Besonders wichtig ist die Auffindung von Clymenien im anstehenden Gestein an drei neuen Fundpunkten, so dass die Clymenien-Kalke nunmehr an vier Stellen im Oberharze nachgewiesen sind.