Original paper

Clymenien-Quarzite und -Hornsteine bei Warstein i. W.

Denckmann, August

Kurzfassung

In den V. Decken'schen Erläuterungen zur geologischen Karte von Rheinland-Westfalen, Bd. II, S. 201 und 202, werden oberdevonische Quarzite und Hornsteine aus der Gegend von Warstein (Blatt Soest) erwähnt, deren oberdevonisches Alter durch Petrefaktenfunde an zwei Stellen (Clymenien südlich Kallenhardt, Goniatiten und Orthoceras bei Belecke) erwiesen sei. Es treten nun im Kellerwalde in weiter Verbreitung oberdevonische Quarzite auf. Diese Quarzite gehören aber nach meinen bisherigen Beobachtungen einem Niveau an, welches über dem des Clymenien-Kalkes liegt. Auf meine Bitte ward ich mit der Ausführung einer Excursion in das Warsteiner Gebiet betraut. Ich trat diese Excursion vor Beginn der eigentlichen Aufnahme, an, da deren Resultate in jedem Falle von Einfluss auf meine diesjährigen Arbeiten sein mussten. Die viertägige Excursion hat einen überraschenden Erfolg gehabt. Während der beiden ersten Tage stellte ich fest, dass die bei Belecke in gewaltigen Steinbrüchen zu Strassenmaterial gewonnenen sogenannten Quarzite gewissermaassen ein petrificirtes Profil darstellen. Das Streichen der Schichten ist h. 8, das Einfallen 30-40° nördlich. Das Object des Steinbruchbetriebes bilden derbe Massenkalke (Stringocephalen-Kalk). Diese werden von devonischen Knollenkalken überlagert. Das Dach bilden kieselige Alaunschiefer und Lydite des Untercarbon (Kulmkieselschiefer). Sämmtliche Kalke sind silificirt und in ein Hornstein ähnliches Gestein mehr oder weniger vollständig umgewandelt. In dem Steinbruche, dessen Ausgang an der Strasse nach Drewwer, etwa 1 km östlich der Möhne-Brücke bei Belecke liegt, fand ich zahlreiche Clymenien und Goniatiten der Clymenien-Stufe.