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Beitrag zur Neogenfauna Spaniens.

Schrodt, F.

Kurzfassung

Im Anschluss an meine beiden früheren Arbeiten über spanisches Tertiär möge als weiterer kleiner Beitrag folgende Mittheilung dienen. Der Güte des Herrn Calderon in Sevilla verdanke ich in letzterer Zeit verschiedene Sendungen von Neogenfossilien, ebenso die Skizze eines interessanten Profils, dem ein Theil der nachstehenden von mir bestimmten Versteinerungen entstammt. Die im Profil unterschiedenen Schichten sind folgende: 1. Grauer miocäner Thon. 2. Sandstein. 3. Miocäner Kalkstein mit Cetaceen-Knochen, Clypeaster, Ostrea (Gruppe der O. crassissima) etc. Miocäne Küstenbtldung vom Typus des Helvetian. 4. Blauer pliocäner Mergel, dem von Cuesta de Castilleja gleichend, mit analoger Fauna und Zähnen von Carcharodon. Cytherea islandicoides Lmk. ist das häufigste Fossil dieser Schicht. Das Vorkommen von Bolivinen, Globigerinen, Lagenen und Pullenia weist auf tieferes Wasser hin. 5. Sandstein mit Foraminiferen gleich denen von Tomares. 6. Kalkstein (Alcor genannt) mit Zähnen von Oxyrhina, O. lamellosa, Pecten aff. scabrellus etc. Carmona (Prov. Sevilla) liegt auf einem isolirten Berge (200 m) im Erosionsthale des Guadalquivir. Sehr bemerkenswerth ist die Discordanz zwischen Miocän und Pliocän, die erste, die Calderon in der Gegend von Sevilla fand. Aus den Schichten des Profils liegen mir selbst nur wenige Fossilien vor.