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Geschiebestücke von silurischem Kalkstein aus dem Diluvium Oberschlesiens

Kosmann

Kurzfassung

Nordwestlich der Stadt Peiskretscham, welche in einer Weitung und Niederung des Dramathals gelegen ist, steigen die Erhebungen der Tagesoberfläche allmählich an, um sich in der Gegend von Zacharzowitz im Uebergange zu den Buntsandstein- und Culmschichten bei Schierot zum Hochplateau herauszubilden. Dieses Gebirge westlich und nordwestlich von Peiskretscham besitzt nur einen einzigen tieferen Thaleinschnitt, denjenigen des Pniower Wassers, welcher von Gr. Patschin über Pniow in nördlicher Richtung verläuft und hinter Zacharzowitz sich heraushebend in ein Hochmoor übergeht; in diesen Hochwiesen bietet das Gelände eine durchaus alpine Beschaffenheit in seiner Gestaltung dar. Der linke, also östliche Abhang dieses Thales zeigt eine ziemlich starke Abdachung eines mit östlicher Abweichung in südlicher Richtung sich streckenden Bergrückens. Nachdem schon in der Nähe des Bachufers auf dem Felde mehrfach flache, abgerundete Rollstücke von Kalksteingeschieben beobachtet worden waren, fand sich in mittlerer Höhe eine bereits benutzte Sandgrube, in welcher zahlreiche röllige Geschiebe nordischer Felsgesteine wie sedimentärer Gesteine umherlagen. Mehrere der letzteren konnten näher als bekannte, auch in dem märkischen Diluvium sich findende Fragmente silurischer Schichten, wie des Orthoceren-, Beyrichien-, des röthlich gefärbten Leptaena-Kalkes, sowie von porösem Korallen- (Astraea-) Kalkstein bezeichnet werden. Die ganze Erhebung dieses Abhanges erwies sich als eine gegen 20 m mächtige Ablagerung von Spathsand des oberen Diluviums und scheint bei der eigenen Gestaltung des in seiner Endigung gegen Süden nach dem Thal abfallenden Bergrückens derselbe als der Rest einer Endmoräne derzeitiger Gletscherbildung angesprochen werden zu können.