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Neue Beiträge zur Kenntniss der Ammoniten-Fauna der polnischen Eisenoolithe.

V. Siemiradzki, Josef

Kurzfassung

Seit dem classischen Werke Neumayr's über die Cephalopoden von Balin, welches noch heuzutage die wichtigste Quelle beim Bestimmen von Kelloway-Ammoniten bleibt, haben sich unsere Kenntnisse über diese interessante Fauna bedeutend durch neue Funde erweitert. TeiSseyre erwähnt mehrere neue Formen, ohne dieselben jedoch zu beschreiben und abzubilden. Bukowski erwähnt eine dem Perisphinctes mosquensis nahe stehende Art, welche er als einen Immigranten aus dem russischen Jura betrachtet. Michalski zählt Perisphinctes cf. Vischniakoffi und P. aff. mutatus unter den Versteinerungen des südlichen Polen auf. Eine Beschreibung der erwähnten Arten ist nirgendwo angegeben. In den letzten Monaten wurde mir eine sehr reiche Suite von Perisphincten aus dem Eisenoolithe Südpolens von Herrn Bergingenieur Stan. Kontkiewicz in Dombrowa gütigst zur Bearbeitung überliefert, welche mir die Möglichkeit giebt, alle zerstreuten Notizen über neue Ammonitenfunde im Macrocephalen-Oolithe Polens ausführlich zu besprechen und denselben noch manche unbekannte oder neue Formen hinzuzufügen. Die Gegend nördlich von Krakau, woher Kontkikwicz's Sammlung grösstentheils stammt, hat für paläontologische Untersuchungen den besonderen Vortheil, dass daselbst die einzelnen paläontologischen Zonen des braunen Jura sehr scharf petrographisch von einander geschieden sind und die entsprechenden Fossilien, ebenso wie in Schwaben, ganz reine Faunen einzelner geologischer Horizonte darstellen, was bekanntlich in Balin, bei der geringen Mächtigkeit der Petrefacten führenden Schicht, nicht der Fall ist.