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Die Korallen der Silurgeschiebe Ostpreussens und des östlichen Westpreussens.

Weissermel, Waldemar

Kurzfassung

Einleitung. Der Fossilinhalt der norddeutschen Diluvialgeschiebe ist der Gegenstand zahlreicher Arbeiten gewesen. Eine Thierabtheilung. die dabei verhältnissmässig wenig berücksichtigt ist, sind die Korallen. Der Grund hierfür ist wohl in den mannichfaltigen Schwierigkeiten zu suchen, die der Beurtheilung gerade dieser Fossilien entgegenstehen. Hierher gehört in erster Linie ihr nicht überall häufiges Vorkommen, ferner der oft ungünstige Erhaltungszustand, der gerade die am leichtesten aufzufassenden Merkmale sehr oft verwischt, andere nicht selten wesentlich verändert, und endlich die ausserordentlich weitgehende Variabilität dieser Formen, die eine richtige Beurtheilung einzelner oder auch wenig zahlreicher Exemplare sehr erschwert oder fast unmöglich macht. Verfasser war nun in der glücklichen Lage, über ein so reiches Material zu verfügen, wie es wohl kaum an einem anderen Orte Deutschlands vereinigt sein dürfte. In den Sammlungen des Geologischen Instituts und des Ostpreussischen Provinzial-Museums ist durch langjähriges Sammeln nicht nur von Geologen, sondern auch von zahlreichen Localsammlern in der Provinz eine Fülle von Korallen, die in Ost- und Westpreussen relativ häufig sind, zusammengekommen. Ein Theil dieses Materials ist bereits im Jahre 1881 von Herrn Dr. Georg Meyer bearbeitet worden. Doch lag dieser Arbeit, die nur eine vorläufige sein sollte, nur ein kleiner Bruchtheil von den Sammlungen des Provinzial-Museums zu Grunde; auch ist der Autor in der Deutung seiner Beobachtungen vielfach etwas frei vorgegangen; seine Auffassungen mussten daher in manchen Punkten berichtigt, werden. Die Erhaltung der Stücke ist der Untersuchung der äusseren Eigentümlichkeiten wenig günstig; so ist die Theka in den meisten Fällen durch Verwitterung oder Abreibung zerstört.