Original paper

Ueber die mexicanische Vulcanspalte.

Felix, Johann/Lenk, Hans

Kurzfassung

Auf pag. 574 des Jahrganges 1893 dieser Zeitschrift berichtet Herr Sapper, dass er im Februar des genannten Jahres die mexicanischen Vulcane Popocatepetl, Nevado de Toluca und Pic von Orizaba bestiegen habe und dass die Aussicht, welche er von diesen Hochwarten genossen habe, ihn zu ganz anderen Anschauungen über die benachbarten vulcanischen Erscheinungen geführt habe, als wir sie in unseren betreffenden Publicationen kundgegeben haben. Wir haben seiner Zeit mit freudigem Interesse die Nachricht begrüsst, dass ein deutscher Forscher berufen wäre, die Kenntnisse von der Geologie jenes Landes weiter zu fördern, welches durch A. v. Humboldt für unsere Wissenschaft sozusagen zu einem classischen Boden geworden ist. Wir selbst haben uns bei unserem Aufenthalte in demselben überzeugt, dass es eine fast unerschöpfliche Fundgrube für geologische Arbeiten darstellt, und uns bemüht, in durchaus objectiver Weise mit unseren besten Kräften zur Lösung einiger der zahlreichen sich dort darbietenden Probleme beizutragen. Wenn unsere Anschauungen über manche Punkte von jenen A. v. Humboldt's mehr oder weniger abweichen, so kann dies bei dem Fortschritt unserer Wissenschaft nicht auffallen; manche andere Ansicht v. Humboldt's von viel grösserer principieller Bedeutung ist diesem Umschwung zum Opfer gefallen, ohne dass die Hochachtung der Naturforscher vor diesem Heros unserer Wissenschaft gelitten hätte. Allein es will uns doch scheinen, als oh die erwähnte Mittheilung des Herrn Sapper etwas verfrüht wäre. Denn obwohl er unseren "neuen Ideen" entgegentritt, bringt er keine exacten Beobachtungen zur Stütze für seine eigenen, abweichenden Ansichten.