Original paper

über das Auftreten von grauem Porphyr auf den Erzgängen von Kupferberg in Schlesien.

Kosmann

Kurzfassung

Der Vortragende hatte der Gesellschaft in der Sitzung vom 3. December 1890 eine Stufe Buntkupfererz von Neue Adler-Schacht der Kupferberger Erzbergwerke als Beleg eines neuen Aufschlusses vorgelegt, welches Erz sich durch seinen hohen Kupfergehalt (59,8 pCt. Cu) auszeichnete. Dieser Aufschluss liegt im südlichen Theile des früheren Einzelfeldes Fröhlicher Anblick und ist in der Fortsetzung des Weintraubenganges das betreffende Erzmittel mit der Stollnstrecke überquert worden. Man hat von dem sehr gediegen auftretenden, nur mit etwas Zinkblende und Schiefer verwachsenen Erz ein Mittel von etwa 60 m Länge und etwa 1,5 m Breite aufgefahren, in welchem der Gang 60 cm und darüber ansteht; er streicht zwischen hör. 9 und 10 und fällt nach W ein; in nordwestlicher Richtung wird er durch sich vorlagernden rothen Porphyr abgeschnitten. Bis gegenwärtig beschäftigt im Kupferberger Erzrevier die Bergbautreibenden die Frage hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Gänge nach der Teufe zu und des regelmässigen Niedersetzens. Hierüber hat nun die weitere Durchquerung des besagten Ganges, den man wegen der blauen Farbe des Erzes als den "blauen Gang" bezeichnet hat, einen bemerkenswerthen Aufschluss gegeben. Man durchörterte im Hangenden des Erzmittels eine gegen 2 m mächtige, der Gangspalte noch zugehörige Lage eines grauen splittrigen Felsitporphyrs, der überaus reichlich von Erzfunken (Schwefelkies, Kupferkies in krystallisirten, Buntkupfererz in kugeligen Individuen) durchschwärmt ist. Das Gestein ist kurzklüftig, von splittrigem Bruch und so hart, dass es am Stahle Funken giebt; in der felsitischen Grundmasse finden sich neben vereinzelten Quarzkörnchen verschwommene Einschlüsse von dioritischer oder Hornblende-Substanz.