Original paper

Ueber den mitteldevonischen Kalk von Paffrath.

Wikterfeld, Franz

Kurzfassung

Die Kalkmulde von Paffrath - Gladbach - Bensberg, welche Georg Meyer im Jahre 1879 zum Gegenstand einer eingehenden Untersuchung gemacht hat, ist von mir in diesem Sommer zum Zweck geognostischen Studiums wiederholt besucht worden. Es dürfte nicht uninteressant sein, schon jetzt das wichtigste Ergebniss der beabsichtigten grösseren Abhandlung zu erfahren. Im Gegensatz zu G. Meyer, welcher seine Aufgabe wohl in stratigraphischer Hinsicht zu lösen in anerkennenswerter Weise bemüht war, aber, wie es mir scheint, der Paläontologie die ihr zukommende hohe Stellung bei Gründung der einzelnen Stufen nicht genügend eingeräumt hat, habe ich es mir angelegen sein lassen, in Erwägung, dass Dislocationen im Schichtenbau gerade im rheinischen Devon häufig vorkommen, behufs Altersbestimmung möglichst viele Petrefacten mit genauer Angabe des Fundpunktes zu sammeln. Zudem ist es mir geglückt, bei der Untersuchung der mächtigsten Kalkpartie, der Hians- oder Gladbacher Schichten Meyer's, welche bisher als versteinerungsarm bezeichnet werden musste und wegen ihrer mangelhaften paläontologischen Charakterisirung einen etwas dubiösen Charakter trug, durch Auffindung einer an Petrefacten reichen Crinoiden-Schicht einen sichereren Ausgangspunkt zur Altersbestimmung und eine festere Grundlage zur Gliederung und Parallelisirung zu erhalten. Bekanntlich ist von E. Kayser die Crinoiden-Schicht in der Eifel als Grenzhorizont zwischen Calceola- und Stringocephalen-Bildung aufgestellt und hat nicht nur von diesem, sondern auch von E. Schulz und ganz besonders von Frech eine sehr gründliche Untersuchung erfahren.