Original paper

Ueber liasische und mitteljurassische Fleckenmergel in den bayerischen Alpen.

Böse, Emil

Kurzfassung

Einleitung. Bei Gelegenheit meiner Kartirung der Hohenschwangauer Alpen entdeckte ich in den Fleckenmergeln eine Anzahl von sehr reichen Fossil - Fundpunkten. Da ich die Fauna nicht im Zusammenhang mit dem geologischen Text publiciren konnte, so entschloss ich mich, eine gesonderte Beschreibung der Fleckenmergel-Fauna zu geben, umsomehr als von Anfang an diese Facies des Jura ziemlich unbeachtet geblieben ist. Mein Interesse an der Fauna der Fleckenmergel wurde nun, noch wesentlich durch den Umstand erhöht, dass Herr Dr. Max Schlosser am Heuberg bei Nussdorf (im unteren Innthal) in den Fleckenmergeln eine Ammoniten-Fauna entdeckte, welche den Opalinus-Schichten angehört, eine Schicht, von der man in den Ostalpen bisher nur die Kalkfacies kannte, deren Mergelfacies man aber kaum irgendwo anders als in den Aptychen-Schichten suchte. Herr Schlosser hatte die Güte, mich Ostern 1894 an die betreffende Localität zu führen, wo wir noch eine grössere Anzahl von Ammoniten fanden. Da ich um diese Zeit gerade mit dem Abschluss der vorliegenden Arbeit beschäftigt war, hatte Herr Schlosser die Liebenswürdigkeit, mir auch noch das gesammte Material vom Heuberg zur Bearbeitung zu Überlassen, wofür ich ihm hiermit meinen verbindlichsten Dank ausspreche. Bei der Bestimmung von Ammoniten aus den Algäuschiefern stösst man fortwährend auf Schwierigkeiten, da eine Anzahl ziemlich häufig vorkommender Formen noch nicht beschrieben und benannt ist. Die Fauna an sich aber nimmt insofern ein grösseres Interesse für sich in Anspruch, als sie in den Alpen die schwäbische oder mitteleuropäische Facies darstellt; und weiter, während man den eigentlich alpinen, d.h. mediterranen Lias und Dogger nur in grosse Etagen gliedern kann, ist es mir gelungen, in den Algäuschiefern kleinere Stufen von einander zu trennen.