Original paper

Zur mikrochemischen Untersuchung einiger Minerale aus der Gruppe der Lamprite (Kiese, Glänze, Blenden).

Lemberg, J.

Kurzfassung

Die meisten der Lamprit-Gruppe angehörigen Minerale bleiben im Dünnschliff undurchsichtig, andererseits gestattet auch die Untersuchung im auffallenden Licht nicht immer eine Erkennung des Minerals: es muss dann die mikrochemische Untersuchung eintreten. In früheren Arbeiten ist als zu erstrebendes Ziel der mikrochemischen Analyse hingestellt, nicht bloss einen Stoff nachzuweisen, sondern denselben auch nur auf der Oberfläche desjenigen Minerals, in dem er enthalten ist, niederzuschlagen, und so das Mineral neben anderen kenntlich zu machen. Soll dieses Ziel erreicht werden, so muss folgenden Anforderungen Genüge geleistet werden: 1. der aus dem Mineral gelöste Stoff muss sofort auf dem Mineral gefällt werden, es darf die Lösung sich nicht über benachbarte Minerale verbreitet haben, bevor Fällung eintritt; 2. der Niederschlag muss auf der Unterlage haften; 3. ist es zwar nicht immer nothwendig, aber wünschenswerth, dass der Niederschlag lebhaft gefärbt ist. Amorphe Niederschläge sind meist geeigneter als krystallinische, sie haften besser auf der Unterlage und bedecken dieselbe gleichmässig, während Krystalle sich oft nur auf einzelnen wenigen Punkten der Oberfläche ansiedeln; dagegen schrumpfen die amorphen Niederschläge beim Trocknen oft stark zusammen und werden rissig. Folgende zwei Lösungen können zum Erkennen einer Anzahl von Mineralen der Lamprit-Gruppe verwendet werden: 1. eine alkalische Bromlösung; 2. eine mit Schwefelsäure versetzte Lösung von schwefelsaurem Silber.