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Tertiär und Tertiärfossilien in Nord-Griechenland, sowie in Albanien und bei Patras im Peloponnes.

Philippson, Alfred/Oppenheim, Paul

Kurzfassung

I. Das Tertiär des nordwestlichen Thessalien. [...] Die nördliche Umrahmung des grossen thessalischen Senkungsfeldes bildet ein Gebirge aus krystallinischen Schiefern, das Kambunische Gebirge, das mit dem Olymp zusammenhängt und wie dieser geologisch von NNW nach SSO streicht. Den Westrand aber bildet das aus stark gefalteten Kreide- und Eocängesteinen aufgebaute, dieselbe Streichrichtung besitzende Pindos-Gebirge. Zwischen beiden Gebirgen besteht in der Nordwestecke Thessaliens, von Trikkala nördlich bis nach Makedonien hinein, eine 12 bis 25 km breite Lücke. Sie ist von einem Hügelland tertiärer Sandsteine, Conglomerate und Mergel erfüllt, die nicht an der Faltung der Gebirge theilnehmen, sondern als Schollen mit flacher oder sanft geneigter Lagerung zwischen den höheren Gebirgen liegen. Im Frühjahre 1893 habe ich diese Gegend in verschiedenen Richtungen durchzogen. Der südliche Theil dieser Lücke, der sich gegen die thessalische Ebene öffnet, wird von dem Salamvrias oder Peneios durchströmt, der die Sandsteinformation in einem breiten Streifen abgetragen und dieses sein Thal mit fruchtbarem Schwemmland erfüllt hat. Hier beschränken sich in Folge dessen die tertiären Sandsteine auf ziemlich schmale Hügelstreifen, die das Peneios-Thal zu beiden Seiten begleiten. Im Westen, am Fuss der ersten Pindoskette, liegen nur ziemlich unbedeutende Reste der tertiären Sandsteine und Conglomerate, dagegen eine breitere Zone im Osten des Thales. Hier begegnen wir ihnen, von Süden kommend, zuerst in dem halbinselartig in die Ebene vorspringenden Hügelzug, an dessen Ende die Stadt Trikkala liegt. Er besteht aus einem dickbankigen, grünlichen, ziemlich grobkörnigen Sandstein, der grosse bläuliche Quarzkörner enthält. Im frischen Zustande ungemein hart, verwittert er doch leicht und zerfällt dann in einen gelben, thonigen Sand.