Original paper

Ueber einen Zahn des Iguanodon aus dem Wealden von Sehnde bei Lehrte.

Stbuckmann, C.

Kurzfassung

Bislang sind nur sehr sparsame Reste des Iguanodon aus den norddeutschen Wealdenbildungen nachgewiesen. Bis zum Jahre 1884 waren nur die grossen dreizehigen Thierfährten aus dem Hastingssandsteine bekannt, welche von mir zuerst aus der Umgebung von Bad Rehberg und später von Grabbe aus der Umgebung von Bückeburg (Bückeberg, Harrl, Weinberg etc.) beschrieben worden sind und von denen ich schon damals vermuthete, dass dieselben auf Iguanodon zurückzuführen sein dürften. Durch die vergleichenden Untersuchungen des Herrn Dollo in Brüssel, dem ich damals Gypsabgüsse verschiedener Fährten übersandt habe, ist diese Vermuthung später zur Gewissheit erhoben, indem die Rehburger Fährten in ihrer Form und Grosse in allen Theilen völlig mit dem Fussskelet eines Iguanodon Mantelli aus den Wealdenschichten von Bernissart übereinstimmend befunden wurden. Der erste Skeletrest eines Iguanodon aus dem norddeutschen Wealden und zwar ein Humerus-Fragment aus den Wealdenschiefern von Stadthagen (aus dem Liegenden des Hauptkohlenflötzes im Marien-Schacht auf der Grube Körrssen) wurde im Jahre 1884 von Dames nachgewiesen und kurz besprochen. Nach seinen Mittheilungen kann dasselbe aber weder mit Iguanodon Mantelli, mit dem es in den Grössenverhältnissen nahe übereinkommt, noch mit dem erheblich grösseren Iguanodon Bernissartensis identificirt werden. In älterer Zeit scheint schon einmal ein Zahn von Iguanodon aufgefunden zu sein. Denn Dunker berichtet im Programm der höheren Gewerbeschule in Cassel, 1843-44, p. 45: "Vielleicht kommt auch das Iguanodon anglicum (Mantellii) in Norddeutschland vor, da ich vor mehreren Jahren bei Obernkirchen einen Zahn fand, der mir leider abhanden gekommen ist, aber soviel ich mich entsinne, die Zahnbildung jenes wunderbaren Riesenthieres zeigte."