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über die Braunkohlen-Ablagerungen von Senftenberg.

Eberdt, Oskar

Kurzfassung

Charakteristisch für die Senftenberger Ablagerungen ist ihre ausserordentliche Mächtigkeit von durchschnittlich 11-15 m und fast ungestörte Lagerung. Die letztere ist durchweg eine fast horizontale, nur sehr schwach geneigte, z. Th. flach wellenförmige. Das Liegende des Flötzes, welch' letzteres sich von der Stadt Senftenberg aus nach Norden auf 6-7 km und in der Richtung von W nach O auf eine Länge von ca. 12 km erstreckt, ist zwar nicht überall gleich, doch besteht dasselbe direct unter der Kohle zumeist aus braunem bezw. schwarz-grauem Letten oder Thon, der neben äusserst feinem Sande auch zahlreiche feine Glimmerblättchen führt. Unter diesem Letten folgt ein grauweisser, feiner, viel Glimmer führender Sand mit dunklen Lettenschichten abwechselnd und darauf ein sehr feiner, Glimmer führender, reiner, weisser Quarzsand, dem Formsande ähnlich. Alle diese Schichten sind stark wasserführend. Die Schichten des Hangenden gehören z. Th. dem Tertiär, z. Th. dem Diluvium an. Direct über der Kohle liegt bei ungestörter Lagerung ein grauweisser, plastischer Thon, welcher kalkfrei, stellenweise sandig und dann reichlich mit Glimmerblättchen durchsetzt ist. Er hält, ohne zu sintern, eine Temperatur bis ca. 1500° aus und nimmt leicht Glasur an. Ueber dem Thon liegen grobe und geröllreiche Sand- und Kiesmassen, aus verschieden gefärbten, hirsekorn- bis wallnussgrossen Quarzen und schwarzen Kieselschiefern bestehend und mit weissen Glimmerblättchen vermengt. Die feineren Körner sind scharfrandig, die gröberen abgerundet und glatt. Feuersteine und fremde, namentlich nordische Geschiebe finden sich darin nicht. Da die Lagerung dieser Thone und Sande eine dem unterliegenden Braunkohlengebirge völlig conforme ist, so sind sie deshalb sowohl, als auch in Rücksicht auf ihre Zusammensetzung dem letzteren zuzurechnen. Ihre Mächtigkeit beträgt etwa 10-12 m.