Original paper

über das nordische Diluvium in der Grafschaft Glatz.

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Die Südgrenze des nordischen Diluviums in Deutschland reicht bekanntlich nicht nur bis an die mitteldeutschen Gebirge heran, sondern ersteigt auch deren Höhen bis zu 560 m ü. d. M. Der Verlauf dieser Grenzlinie im westlichen und mittleren Deutschland wurde unter Vorlegung der erschienenen beiden Blätter der geologischen Uebersichtskarte von Europa, in welcher die Diluvialgrenze eingetragen ist, kurz skizzirt. Ihr Verlauf in Schlesien stellt nach den geologischen Aufnahmen des Vortragenden, wie aus der genannten Karte gleichfalls zu ersehen ist, eine vielfach gebogene Linie dar, die an vielen Stellen in die Gebirge der Sudeten weit nach W oder SW eingreift. Namentlich fällt das tiefe Eindringen des nordischen Diluviums in das Isergebirge bis westlich von Friedeberg am Queis, in das Riesengebirge, wo es den Hirschberger Kessel auskleidet, und in die Landeshuter Pforte, welche die Grenzlinie zwischen Riesen- und Waldenburger Gebirge bildet, bis westlich über Landeshut auf; gleichfalls bemerkenswerth ist das tiefe Eingreifen dieser diluvialen Bildungen in das Waldenburger Gebirge bis Gottesberg, Waldenburg und Wüstegiersdorf. Ebenso vielfach gekrümmt erweist sich die Diluvialgrenze im Eulengebirge, an dessen östlicher Abdachung sie nach S verläuft. Am Ostabfall der südlich gelegenen sudetischen Gebirgszüge zieht sie in gleicher Weise hin. In dem Abschnitte zwischen Silberberg und Reichenstein erfährt die Linie durch die diesjährigen geologischen Aufnahmen in der Grafschaft Glatz eine wesentliche Correctur; sie ist in diesem Striche um mindestens 15 km nach W zu verlegen, da echt nordisches Diluvium selbst in der Mitte des Glatzer Kessels, noch westlich von Glatz von mir nachgewiesen wurde.