Original paper

Neues Vorkommen von glacialen Frictionserscheinungen auf Granit in der Lausitz.

Beyer, O.

Kurzfassung

Zu den bisher durch die geologische Landesuntersuchung Sachsens beobachteten Frictionserscheinungen diluvialen Inlandeises auf den Sectionen Schönfeld-Ortrand, Kamenz und Neusalza gesellt sich ein neues Vorkommniss bei dem Orte Demitz der Section Bischofswerda, das durch seine Ausdehnung und Frische, wie auch durch die Mannichfaltigkeit der Eisbearbeitung das Interesse weiterer Kreise verdient. Im Sommer 1894 wurde einige Schritte südwestlich von Station Demitz der Görlitz - Dresdener Bahn der Geschiebelehm abgeräumt und anstehender Granit auf die Länge von mindestens 120 m bei durchschnittlicher Breite von 20 m freigelegt, um für die Zwecke eines Erweiterungsbaues verwendet zu werden. Der Geschiebelehm zeigt die auf vielen Sectionen der Lausitz auftretende Modification und führt neben nordischem Materiale aller Art, besonders mächtige Geschiebe von Grauwacken, einheimischem Granit und Diabas, die zum Theil von rein sandigen, zum Theil von lehmigen Zermalmungsprodukten eingehüllt sind. Am Granit finden sich alle Uebergänge von dem feinkörnigen, zweiglimmerigen Lausitzgranit zum mittelkörnigen, dunkelglimmerigen Granitit. Auffällig sind die recht zahlreichen, oft blockgrossen Einschlüsse von Grauwacke und Epidot-Hornfels, sowie viele kleine Quarzknauer. Die den Granit durchsetzenden vielen Kluftspalten haben die Hauptrichtung NO-SW, während ein Diabasgang von 40 cm mittlerer Mächtigkeit, ein schmaler Pegmatitgang und mehrere Bänder mit recht dichter felsitischer Gesteinsmasse, in welcher stellenweise feine Quarzschlieren auftreten, in der Richtung OSO-WNW streichen und ein zweiter Pegmatitgang mit ca. 4 cm Mächtigkeit unter einem Winkel von ca. 85° zu ihnen durch den Granit zieht. In der Umgebung des Diabasganges, grösserer Einschlüsse und vieler Kluftflächen ist der Granit meist metamorphisch verändert.