Original paper

Durchsicht der diluvialen Wirbelthiere des Märkischen Provinzial-Museums,

Schröder Henry

Kurzfassung

die mir durch Herrn Custos Buchholz gütigst gestattet wurde, fand ich mehrere Stücke, die mir einer besonderen Besprechung werth erscheinen, darunter auch 2 Elefantenzähne, die ich hier vorlege. Der erste, mit dem bekannten Fundort Rixdorf versehen, ist ein Oberkieferzahn, wie aus der bedeutenden Höhe und der convexen Gestalt seiner Kaufläche hervorgeht. Die Abkauung ist noch nicht weit vorgeschritten, sondern hat erst vier der Schmelzlamellen ergriffen, deren Querschnitte in grosser Deutlichkeit auf der nahezu dreiseitigen Kaufläche zu beobachten sind. Der Schmelz ist bedeutend dicker als an den in Rixdorf häufigen Backzähnen des Mammuth; die Schmelzfiguren stehen weiter von einander ab und besitzen ausgesprochen rhombischen Umriss; die Mitte der vordersten Schmelzfigur zeigt winkelige Erweiterungen, die in complicirter Gestalt in das Cäment vorspringen. Diese Eigenthümlichkeit in der Anordnung des Emails trennt den vorliegenden Zahn von denen des Mammuth und beweist seine Zugehörigkeit zu einer anderen Species, zu Elephas antiquus, und zwar zu dessen typischer Form. wie sie nur aus den älteren Thüringer Kalktuffen und zahlreichen Ablagerungen des südlichen und westlichen Europa bekannt ist. Leider ist der Zahn an seinem hinteren Ende nicht vollständig so dass man die Zahl der Lamellen, aus denen er zusammengesetzt war, nicht genau bestimmen kann und auch über seine Stellung in der Reihe der Zähne keine zweifellose Gewissheit erhält. Vergleicht man ihn betreffs seiner Grössenverhältnisse mit vollständig erhaltenen Zähnen des Elephas antiquus, so stimmt er am besten mit dem 2. Molaren, also dem fünften Zahn der aus 6 Zähnen bestehenden jederseitigen Zahn reihe überein.