Original paper

über die Aufdeckung eines älteren Torflagers bei Offleben in Braunschweig.

Kosmann

Kurzfassung

Die Braunkohlengrube Treue bei Offleben betreibt in ihrem südlichen Felde einen mächtigen Tagebau, welcher nördlich von dem bis zu + 117 m Seehöhe ansteigenden Barneberg-Offlebener Höhenzuge begrenzt wird, gegen Süden aber in einer Niederung gelegen ist, welche von dem die Landesgrenze zwischen Braunschweig und Preussen bildenden Auebach durchflossen wird. Diese Niederung wird von einer mit Torfmoor bedeckten Wiese eingenommen, die den Namen "Kreitwiese" trägt, und ihrerseits im Süden von dem zu + 116,75 m ansteigenden Kapellenberge, einer diluvialen Sanderhebung, begrenzt wird. Der Tagebau hat allmählich fortschreitend in diese Torfwiese eingeschnitten und unter dem jüngeren Torfmoor von 1-1,5 m Mächtigkeit und einer wechsellagernden Schichtenfolge von Wiesenkalk mit Torfmoor ein 2-3 m starkes älteres Torflager durchschnitten, unter Welchem der Diluvialmergel 2-2,5 m mächtig ansteht. dem dann grüne sandige Thone folgen, welche sich den Formsanden auflagern, die das bis 13 m mächtige. Braunkohlenflötz bedecken. Wir haben daher in dem unteren Torflager eine ältere Bildung, wahrscheinlich diluvialer Zeit angehörig, vor uns, deren Alter auch in der Beschaffenheit der vorgeschrittenen Verkohlung sich bekundet. Wären nicht die hier und da zwischen den festeren Lagen heraushängenden Wurzelreste vorhanden, so würde man einzelne Stücke in ihrer schwarzen, glänzenden und homogenen, dichten Masse von solchen einer jüngeren Steinkohle kaum zu unterscheiden vermögen, und jedenfalls ist die Verkohlung oder, um mit v. Gümbel zu reden, die Inkohlung der hier abgelagerten Pflanzenmassen weiter vorgeschritten als diejenige der darunter lagernden, sehr viel älteren Braunkohlen.