Original paper

In die Substanz des bunten Mergels übergeführte Rinden aus dem Alluvium.

Pfeiffer, Emil

Kurzfassung

Noch in den fünfziger Jahren wurde der Transport des an der oberen Saale in Scheite gebrachten Nadelholzes, zumeist Fichtenholz, nach dem flacheren Lande dem Strome überlassen und ein vereideter Flossmesser übernahm für jede Stadt die Aufgabe, dem Bedarfe entsprechende Vorräthe herauszufischen und in Klaftern aufstapeln zu lassen. Dadurch wurden an den Flussufern immer reichlich losgetrennte Rindenstücke angeschwemmt, welche durch ein Hochwasser, an Orten, wo sich eine Barre in den Weg stellte, auch in grösseren Mengen sich ansammeln konnten. Das Dorf Burgau bei Jena liegt an einer derartigen Barre, gebildet aus dem dort über das Niveau der Saale empor getretenen mittleren Buntsandstein. Im Beginn der sechziger Jahre fand ich in einer nahe an die Saale herantretenden, jedem Hochwasser ausgesetzten, unten handbreiten, senkrechten Kluft dieses Sandsteines zahlreiche hineingeführte Rindenstücke auf sandigthoniger Unterlage, welche unter vollkommenster Erhaltung ihrer Jahresschichten und Wurmlöcher, mit den fast immer in diese hineingerathenen Sandsteinkörnern, in die Substanz des bunten Mergels, der Buntsandsteinformation übergeführt waren. Beim allmählichen Glühen erlitten sie nur ganz vorübergehend eine geringe Schwärzung von noch vorhandener organischer Substanz. Nach dem Aufweichen zeigte das Mikroskop alle Elemente des bunten Mergels in feinster Vertheilung unter Form unregelmässig umrandeter Splitterchen, wie jedes Hochwasser dieselben hier als schlammige Trübung mit sich führt. Da mir diese ganz jungen, dem Alluvium angehörenden Bilndungen ein Licht auf den Vorgang der Versteinerung von Holz zu werfen schienen, übergab ich, damals Assistent des Professors der Mineralogie zu Jena, diesem die schönsten und am besten erhaltenen Stücke.