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die südlichsten Liasfunde auf der Nordseite des Thüringerwaldes,

Zimmermann, Ernst

Kurzfassung

bei Saalfeld, die R. Richter mehrfach erwähnt hat. Es sollen Kalkknollen mit Ammonites costatus gewesen sein, die im Alluvium der Saale und Loquitz, schon im Gebiete des paläozoischen Schiefergebirges, vorgekommen seien. In den Erläuterungen zum Blatte Saalfeld der geologischen Karte haben die Verfasser Liebe und Zimmermann ihrem Zweifel an der Richtigkeit dieser Beobachtung Ausdruck gegeben, die sonst höchst bemerkenswerth und wichtig sein würde. Später erhielt Vortr. aber Kunde davon, dass ein glaubwürdiger Mann, der 1892 verstorbene Oberförster Liepmann in Heldburg, mehrere jener Ammoniten von Saalfeld in seiner Sammlung besessen habe, und erklärt sich jetzt die Thatsache, wenn sie wirklich besteht, auf folgende Weise: Der angebliche Fundort liegt etwa da, wo das ehedem auf Kupfererze abgebaute Haus-Sachsener Gangsystem, welches den Rand des Schiefergebirges gegen das abgesunkene Zechstein-Trias-Vorland bei Saalfeld bezeichnet, die Loquitz schneidet; dieses Gangspaltensystem liegt aber in der geraden Verlängerung der Eichenberg-Gotha-Arnstädter Störungszone, und es dürfte zwischen beiden Störungen ein innerer Zusammenhang anzunehmen sein, auch wenn dieser auf der geologischen Karte (Blätter Stadtilm, Remda und Königsee) nicht direct zum Ausdruck kommt. (Im Buntsandstein sind die Verwerfungen sehr schwer festzustellen.) Wie nun auf dieser Störungszone zuletzt zwischen Gotha und Arnstadt Lias sicher nachgewiesen, so könnte solcher also vielleicht auch noch bei Saalfeld in eine der Spalten gestürzt und darin bisher der allgemeinen Erosion entgangen sein, bis ihn jetzt die Flusserosion wieder an's Tageslicht gebracht hat.