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Geognostische Skizze der Umgegend von Finero.

Porro, Cesare

Kurzfassung

Einleitung. Heinrich Gerlach bezeichnet in seiner Arbeit über die Penninischen Alpen als Zone der "Hornblende-Gesteine" jenen mächtigen Zug von basischen Gesteinen, der in den Westalpen von Ivrea in nordöstlicher Richtung bis Locarno sich hinzieht. Obwohl derselbe, wie im Allgemeinen die Amphibolitzone der Alpen, schon oft Gegenstand geologischer Untersuchungen gewesen ist, ist doch seine Entstehung noch nicht klar; die Meinungen weichen vielmehr noch recht stark von einander ab. Die Zone der "Hornblende-Gesteine" verläuft mit den sie begleitenden Gueissen von Ivrea über das Andorno-Thal, das Sesia-Thal (westlich Varallo), das Toce Thal (westlich Ornavasso) nach Locarno am Lago Maggiore. Die Mächtigkeit (ca. 10 km im Südwesten nördlich Biella) nimmt in der Richtung nach Nordosten nach und nach ab, so dass bei Ascona am Lago Maggiore die Zone nur noch etwa 1 km breit ist; sie scheint sich bald, nachdem sie in den See gesunken ist, ganz auszukeilen. Zwischen Valle Piccola und Valle della Toce wird sie auf der nordwestlichen Seite von einem anderen kleineren Zuge basischer Gesteine begleitet; es treten ausserdem links und rechts eine Menge kleinerer linsenförmiger Vorkommen von ähnlichen Gesteinen auf, die, in ihrer Mächtigkeit sehr schwankend, vielleicht stellenweise unter Tage zusammenhängend, unsere grosse Zone begleiten, und weiter über Locarno und das Tessin-Thal in der Richtung nach dem Veltlin sich fortzusetzen scheinen. Die Gesteine dieser Zonen zeigen die grösste Verschiedenheit in ihrer petrographischen Beschaffenheit und in ihrer Struktur; man unterscheidet eine ganze Reihe verschiedener Gesteine, wie Syenite, Diorite, Gabbrogesteine. Peridotite, Amphibolite etc.