Original paper

Ein Ausflug in's Plessurgebirge.

Boehm, Joh.

Kurzfassung

Im August 1893 besuchten Herr Dr. Emil Böse und ich von München aus Graubünden. Während mein Begleiter sich nach SO hin wandte, blieb ich in Parpan zurück, von wo aus ich einige Ausflüge in's Plessurgebirge unternahm. Leider stellten sich meiner Rückkehr in den nächsten 2 Jahren Hindernisse entgegen, so dass es allein mit dem Interesse, welches die Bündner Schiefer neuerdings erregen, entschuldigt werden möge, wenn ich nun die Notizen trotz ihrer grossen Lückenhaftigkeit zusammenstelle. Diesen liegen die Blätter Lenz und Churwalden (1 : 50000) zu Grunde. Während sich im Westen von Parpan (1560 m), das nach Heim in einem alt abgestorbeneu Thallauf des Ostrheins gelegen ist, das Stätzerhorn als ein sanft gerundeter, N-S gestreckter Rücken hinzieht, erhebt sich im Osten mit steilen Hängen das reicher gegliederte Plessurgebirge. Der landschaftlich so auffällige Gegensatz findet seine Erklärung in dem geologischen Aufbau. Die Bündenersteinkette bilden nur Bündener Schiefer; in der Gebirgsmasse von Arosa ist eine grosse Mannichfaltigkeit an Gesteinen vorhanden. Der grelle Gegensatz ihrer Farben gab Veranlassung zur Namengebung mehrerer Gipfel und im Besonderen der drei, die sich im Osten über Parpan erheben Studer giebt hiervon ein treffliches Bild. Die 3 Gipfel sind von N nach S Parpaner Schwarzhorn, Parp. Weisshorn und Parp. Rothhorn, zwischen denen die Einsenkungen des Urdener und Arosaer Fürkli nach Arosa hinüberführen. Der Ochsentobel, der in den begrasten steilen Abhang zwischen dem Weisshorn und Parpan eingegraben ist, erschliesst die Schichtenserie, für welche Studer 1836 in seinem grundlegenden Werke über dieses Gebiet die Bezeichnung Bündener Schiefer aufgestellt hat.