Original paper

über die genetischen Beziehungen des krystallinen Grundgebirges im Spessart.

Klemm, Gustav

Kurzfassung

Das krystalline Grundgebirge des Spessarts ist im Laufe der letzten Jahre besonders von zwei Forschern eingehend untersucht worden. Einmal von Bücking, welcher seine Erfahrungen, die er in den Jahren 1873-1876 bei der Specialaufnahme der kürzlich erschienenen Lieferung 49 der geologischen Karte von Preussen (Blätter Langenselbold, Bieber und Lohrhaupten) und zahlreichen Excursionen in das bayerische Gebiet sammelte, im Jahrbuch der preuss. geol. Landesanstalt für 1889 und in einer umfangreichen Abhandlung "Der nordwestliche Spessart" (Abhandl. d. kgl. preuss. geol. Landesanstalt, Neue Folge, Heft 12) niederlegte. Sodann hat auch Thürach auf Grund seiner 1879 bis 1883 auf Veranlassung von Sandberger's unternommenen und 1884 im Dienste der kgl. bayr. geognostischen Landesaufnahme fortgesetzten Untersuchungen im Herbst 1893 eine ausführliche Arbeit: "Zur Gliederung des Urgebirges im Spessart" veröffentlicht. Das krystalline Grundgebirge des Spessart besteht aus einer Anzahl nordöstlich streichender und vorwiegend nordwestlich einfallender Gesteinszonen, welche Bücking folgendermaassen gegliedert hat: A. Aelterer Gneiss des Spessart. 1. Granitgneiss und Dioritgneiss. 2. Körnig-streifiger Gneiss mit eingelagertem körnigem Kalk. 3. Körnig-flaseriger Gneiss (Hauptgneiss, Körnelgneiss). B. Glimmerschiefermation des Spessart. 4. Glimmerreicher, schieferiger Gneiss. 5. Quarzit und Glimmerschiefer. C. Jüngerer Gneiss des Spessart. 6. Hornblendegneiss, wechsellagernd mit Biotitgneiss. 7. Feldspathreicher Biotitgneiss. Diese 7 Zonen überlagern einander anscheinend concordant, so dass der Dioritgneiss im Südosten, der feldspathreiche Biotitgneiss dagegen im Nordwesten des Gebietes ansteht.