Original paper

über das schlesisch-sudetische Erdbeben vom 11. Juni 1895.

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Der Vortragende verbreitete sich zunächst über die Art und Weise, wie das bis dahin eingegangene Beobachtungsmaterial über das Erdbeben von Behörden und Privaten aus dem Erschütterungsgebiete, das zum grössten Theile zugleich das Gebiet seiner langjährigen geologischen Kartirung ist. in Folge seiner ausgebreiteten Bekanntschaften zahlreich eingegangen war. Die Grösse des Erschütterungsgebietes ist eine ganz bedeutende, denn es sind die Eulengebirgsscholle vollständig, der östliche Theil der Riesengebirgsscholle und der nördlichste Theil der Altvaterscholle mit deren Vorstufen, sowie die Zwischengebirge (Warthauer Gebirge, niederschlesisches Schiefergebirge) von dem Erdbeben betroffen worden, so dass, wenn man die äussersten Endpunkte der Erschütterung mit einander verbindet, ein Gebiet von mindestens 27000 km umschrieben wird. Das Hauptcentrum des Erdbebens liegt in der Gegend der Städte Strehlen, Münsterberg und Reichenbach. Es folgt dann Mittheilung über die Zeit des Eintritts, die Dauer der Erschütterung und sonstige äussere Erscheinung; sodann deutete der Redner die tektonisch wichtigen Fragen, wie die Entstehung des Hirschberger Kessels und des östlichen sudetischen Abbruchs, wie er von Suess in seinem "Antlitz der Erde" dargestellt wird an, welche neben anderen Fragen des Gebirgsbaues bei den geologischen Beziehungen des Erdbebens zum ersteren ihre besondere Behandlung finden müssen. Eine ausführliche Bearbeitung des Erdbebens in den Publicationen der geologischen Landesanstalt und Bergakademie steht in baldiger Aussicht.