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über Autochthonie von Carbon-Kohlenflötzen und des Senftenberger Braunkohlenflötzes.

Potonié, Henry

Kurzfassung

Wegen der Unsicherheit, die vielfach-namentlich in Lehrbüchern-über die Frage nach der Entstehung der fossilen Humuslager, besonders der Steinkohlenflötze, herrscht, hält es der Vortragende für nöthig, einmal mit Nachdruck an gewisse Erscheinungen zu erinnern und sie als häufige zu charakterisiren, welche in zweifellosester Weise der Autochthonie der Flötze das Wort reden. Veranlassung bietet die Untersuchung des Bohrkernes einer Bohrung im Felde der Grube "Oheim" südwestlich von Kattowitz in Oberschlesien. Nicht weniger als 27 Kohlenflötze Hessen sich in dem bis auf eine Teufe von 750 m gehenden Bohrloch als autochthon nachweisen, durch Constatirung von Stigmaria - Schiefer im unmittelbaren Liegenden der Flötze, die Stigmarien dabei in der Erhaltungsweise, wie sie vom Vortragenden in dieser Zeitschrift (XLV, p. 97 ff.) beschrieben und abgebildet worden ist, also mit nach allen Richtungen hin ausstrahlenden Appendices wie zu Lebzeiten der Pflanzen. Die Flötze selbst Messen sich wiederholt als Sigillaria-Flötze erkennen, so dass also im Wesentlichen die oberirdischen Organe der Stigmarien das Material für die Kohle gebildet haben. Im Anschluss hieran beschrieb der Vortragende das über 10 m mächtige Braunkohlenflötz des Senftenberger Reviers als ein fossiles Waldmoor vom Charakter der nordamerikanischen Cypressen-Sümpfe-("Swamps"). Er kommt zu dem Schluss: Die ganz überwiegende Mehrzahl der fossilen Humuslager, namentlich diejenigen des Carbons sind autpchthon, ebenso wie die meisten receuten Humuslager. Eine ausführliche Abhandlung mit Abbildungen namentlich über das Vorkommen des Senftenberger Reviers wird im Jahrbuch der kgl. preuss. geologischen Landesanstalt erscheinen.