Original paper

über die Katastrophe von Brüx.

Toula, Franz

Kurzfassung

Die grosse Senke am Südrande des Erzgebirges wird bekanntlich von der nordböhmischen Braunkohlenformation eingenommen. Die unteren Braunkohlensandsteine und unteren Braunkohlenthone mit den vorbasaltischen Braunkohlen werden dem Mitteloligocän, die Basalt- und Phouolithausbrüche, "die Basaltische Stufe", ebenfalls mit entsprechenden Braunkohlenflötzen, dem oberen Oligocän zugerechnet. Darüber folgen die miocänen, gewaltig anschwellenden, nachbasaltischen Braunkohlen- (Lignit-) Lager, in derem Hangenden der "Hangendletten", Braunkohlenschotter, Conglomerate und die Hangendsande folgen. Bei Dux und Brüx werden die nahe am Rande des basaltischen Mittelgebirges bis zu Tage gehenden, über 30 m mächtig werdenden oberen Braunkohlen in Tagbauen abgebaut, während sie gegen die Muldentiefe, flach und zum Theil an Verwerfungen abgesunken, in grösserer Teufe gewonnen werden. Die Hangendbildungen wechsellagern mit einander und ersetzen sich gegenseitig. Sowohl die Braunkohlen als auch und zwar in erhöhtem Grade die sandigen Deckbildungen führen Wasser. Die letzteren werden dadurch zu förmlichen Schwimmsanden. Gerade in der Gegend von Brüx sind die Schwimmsandlagen streckenweise in grosser Mäcktigkeit entwickelt und haben den Bergbau wiederholt ernstlich gefährdet, ja dem Abbane oft unüberwindliche Schwierigkeiten entgegengesetzt. Sie sind von überaus rasch wechselnder Mächtigkeit. An einer Stelle kaum angedeutet, schwellen sie an anderen bis auf 20 m und darüber an, ja in den Grubenfeldern weiter im Nordosten von Brüx wurden sie an einer Stelle, wie man mir mittheilte, durch Bohrungen in der enormen Mächtigkeit von fast 190 m nachgewiesen. Ein Schwimmsand-Einbruch hat vor nicht allzulanger Zeit in den Gruben des Annen-Schachtes stattgefunden. und der ärarische Julius-Schacht No. 1 musste schon im Jahre 1876 aufgegeben werden, nachdem der Druck der Schwimmsandmassen selbst dreifache Zimmerungen zerquetschte.