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Ueber eine Caïqua-Schicht, das Hangende und Liegende des Paffrather Stringocephalen-Kalkes.

Winterfeld, Franz

Kurzfassung

Durch die Veröffentlichung dieser Mittheilungen beabsichtigt der Verfasser, da er durch seine zweifache Amtstätigkeit stark in Anspruch genommen wird, vorläufig wenigstens in etwa die Verpflichtung zu lösen, in Aussicht gestellte weitere Untersuchungen über die Einschlüsse und das Alter der einzelnen Etagen des Paffrather Kalkes zur Kenntniss zu bringen. In den berühmten mitteldevonischen Kalkablagerungen von Paffrath-Gladbach-Bensberg sind es vornehmlich die beiden von G. Meyer als Hians- oder Gladbacher und als Lingula- oder Hombacher Schichten bezeichneten Stufen, welche wegen ihres bisher etwas zweifelhaft erscheinenden Charakters ein besonderes Interesse beanspruchen und zur weiteren Forschung anregen mussten. Während die erstere, von mir kürzlich behandelt, ihre Stellung in dem tieferen Niveau der Stringocephalen-Kalke durch die Auffindung einer mit jenem Grenzhorizont der Eifel vielfach übereinstimmenden Crinoiden-Schicht, und wie hier weiter unten des Näheren dargethan werden soll, einer Caïqua-Schicht innerhalb dieses Gladbacher Kalkmassives erhalten musste, blieb es noch weiteren Studien vorbehalten, über die Lingula- oder Hombacher Schichten eine sichere Beurtheilung zu ermöglichen. Schon in der oben erwähnten Abhandlung (p. 692) deutete ich an, dass die Wahl des Namens Lingula-Schicht keine glückliche wäre, weil das eigentlich Charakteristische nicht in der Führung dieses Petrefactes liegt; denn die Caïqua-Schichten weisen in einem bestimmten Niveau ebenfalls sehr viele Lingula-Reste auf. Beim Besuche der beiden Fundpunkte bei Unterleerbach und Hombach fällt dem Geologen vielmehr das massenhafte Vorkommen der Goniatiten-Abdrücke in die Augen.