Original paper

über die geologischen Verhältnisse von Adamaua.

Passarge, Siegfried

Kurzfassung

In dem Vortrage gab der Redner im Wesentlichen einen kurzen Abriss von dem, was er bereits in dem Reisewerk der Kamerunexpedition (Adamaua, Dietrich Reimer 1895) über die Geologie von Adamaua veröffentlicht hat. Mittel- und Nord-Adamaua bestehen aus einem nördlichen und einem südlichen, aus krystallinischen Gesteinen - besonders Gneissen und Graniten - aufgebauten Gebiet. Zwischen beiden liegt eine Zone von Sandsteinen in einer das Benuë-Thal bildenden Grabenversenkung. Die Gebirgsstöcke von Nord- und Mittel-Adamaua ähneln in vielen Punkten unserem deutschen Mittelgebirge und erreichen bis 2000 m Meereshöhe. Süd-Adamaua bildet dagegen ein Plateau, das aus krystallinischen Gesteinen aufgebaut und von einer Basaltdecke überlagert wird. Von Fossilien führenden Schichten wurden nur einmal in krystallinische Gesteine eingeklemmte Sandsteinmulden mit paläozoischen Brachiopoden gefunden. Von Eruptivgesteinen sind vorhanden aus der ältesten Zeit Granite und Syenite, sodann Quarzporphyre, Porphyrite, Kersantite und schliesslich Basalte, Trachyte und Andesite. Die Gebirge sind durchweg nach zwei tektonischen Richtungen hin geordnet, und auf den gleichen Linien erfolgten seit Alters her die Ausbrüche der Eruptivgesteine, vom Granit bis zum Basalt Die erste dieser Richtungen ist die Kamerun-Linie, die unter dem Winkel 35° verläuft und parallel der Vulkanreihe Anobom-Kamerun-Berg streicht, die zweite ist die Benuë-Linie, von W nach O, in der der Benuë-Graben und mehrere der wichtigsten Gebirge streichen. Die hauptsächlichsten tektonischen Bewegungen erfolgten in den genannten Richtungen gleichzeitig mit den Eruptionen. Die Bewegungen während der letzten Eruptionen sind für die heutige Gestaltung des Landes die wichtigsten gewesen.