Original paper

Ueber das Vorkommen von Drumlins in Livland

Doss, Bruno

Kurzfassung

Mannigfacher Gestalt und verschiedenartigen Ursprungs ist das Gelände in den weiten Flachlandstrecken, welche einstmals vom nordischen Binneneis überfluthet gewesen. Hügelländer wechseln mit ausgedehneten Ebenen. Moorflächen mit Haidestrecken, Lehmboden mit sandigem Terrain. Die Bergformen haben vom jeher ein grösseres Interesse erweckt als die ebenen Landstriche. Und so sind es denn das chaotische Durcheinander von Hügeln Kuppen, moorigen Senken und Wasserbecken in den /seenschwellen von Norddeutschland, die meilenlangen aufgeschütteten Dämme der Åsar besonders im Gebiete der glacialen Erosion, die augespressten Dämme der Durchragungszüge im preussischen Flachlande, die blockreichen Wälle der Endmoränen in verschiedenen Breiten des nordeuropäischen Glacialgebietes. die Hügelzüge der Kames in Schottland und Irland, die parallel geschaarten Rücken der Drumlins auf den britischen Inseln und in Nordamerika gewesen, welche die Aufmerksamkeit der Formscher auf sich gezogen und zu Erklärungsversuchen Veranlassung gegeben haben. Zu den selteneren, bis jetzt nur im beschränkten Maasse im vergletschert gewesenen Gebiete der nördlichen Hemisphäre bekannt gewordenen Diluvialhügeln gehören die Drumlins. Unter Drumlings versteht man langgestreckte Rücken oder rundliche Hügel, welche aus Grundmoränen - Material sich auf-bauen und in paralleler Schaarung dieselbe Richtung einhalten, wie die einstmalige, durch die Schrammen angedeutete Bewegung des Inlandeises.