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Das Alttertiär der Colli Berici in Venetien, die Stellung der Schichten von Priabona und die oligocäne Transgression im alpinen Europa.

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Im Jahre 1893 habe ich die Colli Berici besucht und in derselben Zeit von Meneguzzo sorgfältige Ansammlungen in Grancona vornehmen lassen. Durch Zerkleinern und Schlemmen des Gesteins, einer mergeligen, oft sehr thonreichen Muschellumachelle, gewann ich ausser den von dem Sammler bereits aufgefundenen Formen noch eine ganze Reihe kleinerer Arten. Herr Geheimrath Beyrich stellte mir auf meine Bitte hin die auf Grancona und Zovencedo bezüglichen Materialien des k. Museums für Naturkunde hierselbst zur Verfügung, wofür ich ihm auch an dieser Stelle meinen verbindlichen Dank ausspreche. - Die NO streichende Hügelkette der berischen Berge, durch die Alluvialebene des Retrone von den nördlich von Vicenza gelegenen Tertiärgebieten getrennt, wird fast auschliesslich durch Kalke und Mergel der Tertiärformation gebildet, unter welchen die Priabonabildungen den grössten Theil des oberflächlichen Areals einnehmen. Ueber ihnen finden sich z. B. bei Brendola und am Mt. Crearo die mit Mooskorallen dicht erfüllten Bryozoen-Schichten. Vereinzelt finden sich auf der Höhe des Plateaus Kalke des Oligocän, zum Theil mit Tuffen vergesellschaftet. Die jüngeren Schioschichten sind dagegen nur an ganz vereinzelten Punkten erhalten, so bei Altavilla und auf den höchsten Kuppen bei Valmarana Bildungen noch jüngeren Alters fehlen in der Gruppe, dagegen sind altere Schichten an einem Punkte in der Umgegend von Grancona aufgeschlossen und in einer mannichfachen Schichtenfolge ausgebildet. Der sehr reichen und eigenartigen Fauna dieses älteren Complexes sind die folgenden Blätter gewidmet.