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Der Stromboli als Wetterprophet.

Bergeat, Alfred

Kurzfassung

Im Jahre 1894 widmete ich die Zeit von elf Wochen dem geologischen Stadium der äolischen Inseln und hin gegenwärtig mit der Verarbeitung des dort Gesehenen und Gesammelten beschäftigt. Indem ich der Veröffentlichung der gesammten Beobachtungen vorgreife, möchte ich mir schon jetzt erlauben, über einige Wahrnehmungen zu berichten, die ich während eines achttägigen Aufenthalts auf der Insel Stromboli und gelegentlich dreier Besteigungen des Vulkans gemacht habe; dieselben beziehen sich auf den uralten Glauben, dass der Stromboli-um Abich's Worte zu gebrauchen - für die Seeleute "ein untrügliches Witterungs-Orakel" sei, indem ein offenbarer Zusammenhang zwischen der eruptiven Thätigkeit des Berges mit meteorologischen Verhältnissen bestehe. Es ist mir unbekannt, ob jemals ein Reisender längere Zeit als ich ununterbrochen auf den äolischen Inseln geweilt hat; wer den Stromboli besucht, begnügt sich gewöhnlich mit einer einmaligen Besteigung desselben, um alsbald wieder mit der Barke oder dem Dampfer nach Lipari zurückzukehren. F. Hoffmann, der, durch Stürme festgehalten, fast drei Wochen auf der Insel zugebracht hat, hinterliess uns leider keine Beobachtungen über die Beziehungen der eruptiven Thätigkeit des Vulkans zur Witterung, und auch sonst ist diese Frage, soweit ich weiss, noch von Niemand an der Hand barometrischer Beobachtungen eingehender behandelt worden. Ich glaube daher nichts Ueberflüssiges zu thun, wenn ich im Nachstehenden aus eigener Erfahrung zur wissenschaftlichen Klärung dieser Frage das Wort ergreife. Zuvor scheint es mir wohl angebracht zu sein, durch einige allgemeine Bemerkungen an die geologische Beschaffenheit des Stromboli zu erinnern.