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Ist weissgefleckter Feuerstein ein Leitgeschiebe?

Jentzsch, Alfred

Kurzfassung

In seinen "vergleichenden Untersuchungen über das Diluvium im Westen der Weser" stützt Herr J. Martin seine Ansicht, dass die in Holland gefundenen Basaltgeschiebe grossentheils aus Schonen stammen, ausser der in diesem Falle wenig entscheidenden mikroskopischen Untersuchung u. a. auch auf die Thatsache, dass Van Capelle im Geschiebelehm des gaasterländischen Kliffs zahlreiche Bruchstücke von weissgeflecktem Feuerstein antraf. Solchen kennt man als Geschiebe durch Gottsche aus Holstein, durch E. Geinitz aus Mecklenburg, und Letzterer berichtet von B. Lündghen's Angabe, dass der weissgefleckte Feuerstein weder in der Schreibkreide noch im Saltholmskalk vorkommt, dagegen für das Kreidegebiet des nordöstlichen Schönens sehr charakteristisch ist, obschon diese Varietät (die einzige, die dort vorkommt) gar nicht häufig sei. Es scheine, dass dieselbe hauptsächlich auf die durch Belemnitella mucronata charakterisirten Localitäten beschränkt ist (so z.B. Hanaskog, Kjuge u.s.w.). Als Geschiebe komme dieser weissgefleckte Flint ziemlich häufig in fast ganz Schonen vor, so z.B. auch bei Malmö, Limhamn u.s.w., in situ jedoch nur im nordöstlichen Schonen. Da aus der Literatur östlichere Vorkommen ihm nicht bekannt waren, leitet J. Martin alle weissgefleckten Feuersteine von dem nordöstlichen Schonen ab und erblickt in ihrer Anwesenheit ein Anzeichen dafür, dass auch nordische Basalte in Holland nicht selten sein können. Aus der Verbreitung der Findlinge und des Anstehenden gehe nämlich hervor, dass der weissgefleckte Feuerstein über das Basaltgebiet Schonens hin in nordost-südwestlicher Richtung bis nach Holland verschleppt worden, und dass demnach auch Basaltgeschiebe hier in grösserer Zahl anzutreffen sein müssten.