Original paper

Ueber das Alter des Kalkes von Paffrath.

Winterfeld, Frank

Kurzfassung

Im 2. Heft dieser Zeitschrift 1895, p. 368 wendet sich Herr Holzapfel gegen die von mir im 4. Hefte des Jahrganges 1894 geäusserten Ansichten über das Alter des Paffrather Kalkes, insbesondere der Hians - Schichten. Wiewohl meine Abhandlung "Ueber eine Caïgua - führende Schicht, über das Hangende und Liegende des Paffrather Stringocephalen-Kalkes", welche im letzten Hefte des Jahrganges 1895 erscheint, weitere Beweise für meine früher ausgesprochene Ansicht bringt, so glaube ich doch hier besonders auf die Einwände des Herrn Holzapfel antworten zu müssen. Da ich in meiner vorläufigen Mittheilung nur den Paffrather Kalk und zwar hauptsächlich die fragliche Hians-Schicht Meyer's behandelte, glaubte ich den Lenneschiefer, zumal bei einer Parallelisirung mit den Hillesheimer Schichten, noch fortlassen zu müssen. Herr Holzapfel wirft nun die Frage auf, "wo sollten, wenn Herr Winterfeld Recht hätte, die mächtigen oberen Lenneschiefer, die unter dem Paffrather Kalk liegen, aber doch eine Stringocephalenkalk-Fauna enthalten, im System ihren Platz finden?" Hierauf könnte man, auf "die mangelhafte Bekanntschaft mit der Literatur" hinweisend, erwiedern, dass die kritische Arbeit von Frech (Cyathophylliden und Zaphrentiden etc.) den jüngeren und älteren Lenneschiefer deutlich genug hervortreten lässt. Selbstverständlich kann von einer absoluten Gleichalterigkeit der damit verglichenen Schichten nicht die Rede sein. Für die älteren Lenneschiefer habe ich in dieser Zeitschrift (XLVII, 4, p. 650 ff,) den Nachweis geführt, dass sie an die untere Grenze des Mitteldevon zu stellen sind, ähnlich wie die Nohner Schichten auch an dem typischen Punkte im Urftthale nahe bei Soetenich unterlagernd angetroffen werden.